US-Abfangjäger verfolgen UFO über Nordkalifornien

Nur wenige Wochen nach der Enthüllung eines möglicherweise immer noch aktiven UFO-Untersuchungsprogramms des US-Verteidigungsministeriums durch die “New York Times” , sorgt derzeit ein weiterer Vorfall und Audiomitschnitt der Pilotenkommunikation der Verfolgung eines unidentifizierten Flugobjekts im US-Luftraum für kontroverse Diskussionen.

Laut einem ersten Bericht auf der normalerweise nicht UFO-spezifischen US-Webseite “The War Zone” (TWZ) berichtete, ereignete sich der Vorfall am 25. Oktober 2017 über dem nordwestlichen Luftkorridor der USA.

Laut den TWZ-Recherchen begannen die Ereignisse gegen 4:30Uhr in der Näher der Grenze zwischen den Bundesstaaten Kalifornien und Oregon und führte zu einer Vielzahl von Sichtungen durch Piloten, deren Kommunikation mit den Bodenkontrollen der US-Flugaufsicht FAA und dem Nordamerikanischen Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando (NORAD) dokumentiert wurde.

Erste Details über den Vorfall wurden durch einen Bericht eines Piloten über Reddit bekannt, der darin folgendes berichtete: “Aus der Bay Area kommend, waren wir gerade im Landeanflug auf Seattle als wir das Seattle Center hörten, das darum bemüht war ein Flugzeug ohne Transponderkennung ausfindig zu machen. Tatsächlich waren einige Crews denn auch in der Lage, dieses Flugzeug visuell zu bestätigen und schätzten seine Flughöhe auf zwischen 35.000 und 37.000 Fuß mit nördlicher Flugrichtung. Allerdings war niemand der Zeugen nahe genug, um es identifizieren zu können. (…) Das letzte, was wir dann von ihm hörten war, dass es über dem Willamette Valley sei und von Abfangjägern verfolgt werde. Das Center selbst hatte zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeiten, es auf dem Primär-Radar zu verfolgen.” Später korrigierte der Zeuge: “Das letzte Flugzeug, dass visuellen Sichtkontakt hatte, war im Landeanflug auf Portland und verlor es dann aus der Sicht. Die Abfangjäger waren zwar in der Luft, konnten das Ziel aber nicht finden.”

Tatsächlich bestätigen die über das “Portal LiveATC.com” öffentlich zugänglichen Mitschnitte der Kommunikation des Seattle Center Sector 14 den Vorfall und die Rückmeldungen der genannten Crews.

Zusammengefasst: Das “Flugzeug” konnte vom Radar nicht erfasst werden, noch erschien es auf den Kollisionsvermeidungsinstrumenten der das Objekt aus einiger Entfernung deutlich visuell bestätigenden Crews.

Auch eine Nachfrage des TWZ-Reporters Tyler Rogoway bei der am Portland International Airport stationierten 142nd Fighter Wing, dem NORAD und der FAA bestätigte (mit Ausnahme eine noch immer Ausstehenden Antwort der 142.) sowohl die Ortung und Sichtung des unidentifizierten Objekts als auch dessen erfolgloser Verfolgungs- und Abfangversuch durch F-15Cs des 142. Kampfgeschwaders.

Der “The War Zone”-Bericht unterstreicht den Umstand, dass die F15Cs der 142. mit dem derzeit weltweit präzisesten Luft-Luft-Radar (AN/APG-63V3) und mit sog. Sniper-Instrumenten zur Navigation und visueller Weitstreckenzielerfassung ausgerüstet sind. “Diese Piloten gehören zu den Besten der Besten in der Welt und sind bestens für Verteidigungseinsätze im Inland ausgebildet. Der Umstand, dass sie das Objekt ‘nicht finden konnten’ ist demnach gelinde gesagt ‘überraschend’.”

Nachdem die Hauptaussagen, auf die sich der weitere TWZ-Bericht berief, jene der meist anonymen Reddit-User waren, wurde es lange Zeit wieder still um den Vorfall. Kürzlich veröffentlichte die “The War Zone” allerdings ein Update zum Vorfall und präsentiert darin nun die Ergebnisse ihrer Anfragen unter Berufung auf das US-Informationsfreiheitsgesetz (FOIA).

Den ausführlichen ersten TWA-Bericht im Original vom 15. November 2017 finden Sie HIER

Aus den Audiomitschnitten der Kommunikation von Luftaufsicht und Piloten ergibt sich nun das folgende Szenario:

Zunächst kommt es am 25. Oktober 2017 zur Ortung eines unidentifizierten Flugobjekts durch die Radarkontrolleure der Flugaufsicht. Demnach bewegte sich das “Ziel” mit sehr hoher Geschwindigkeit in südlicher Richtung über dem nördlichen Kalifornien. Dann vollführte das Objekt eine scharfe Drehung und verschwand im Rauschen des allgemeinen Flugverkehrs von den Radarschirmen. Das Objekt reagierte nicht auf Kontaktversuche und zeigte auch keine aktive Transponder-Kennung. Stattdessen wurde es aber von mehreren Flugzeug-Crews visuell gesichtet, die zeitweise parallel zu dem Objekt flogen – allerdings zu weit davon entfernt, um es auf diese Weise identifizieren zu können. Danach reagierte der für die Region zustände Western Air Defense Sector der US Air Force und ließ vom Portland International Airport Abfangjäger vom Typ F-15C Eagle aufsteigen, um das Objekt zu verfolgen und abzufangen. Doch selbst die mit modernster Technik ausgerüsteten und leistungsstarken Abfangjäger konnten das Objekt, das zuvor auch aus der Sicht der Piloten verschwunden war, nicht mehr orten, geschweige denn identifizieren.

Bis heute ist also unklar, um was es sich bei dem Objekt gehandelt hatte, woher es gekommen und wohin es verschwunden war.

– Den ausführlichen und vollständigen TWZ-Bericht vom 15. Februar 2018 mit weiteren Audio- und Radar-Mitschnitten des Vorfalls finden Sie HIER

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Biologen: “Wir könnten bereits Hinweise auf Leben auf Saturnmond Enceladus entdeckt haben”

Echtfarbversion einer Cassini-Aufnahme der Wassereisfontänen am Südpol des Saturnmondes Enceladus.

Signaturen von Methan, wie sie bereits in den gewaltigen, von einem unter der Eiskruste verborgenen Ozean gespeisten Wassereisfontänen des Saturnmondes Enceladus nachgewiesen wurden, könnten ein Hinweis auf in diesem Ozean existierende Mikroorganismen aus der Gruppe der Archaen sein. Zu diesem Schluss kommen österreichische Biologen nach Experimenten mit den extremophilen Mikroben.

Wie das Team um Simon Rittmann von der Universität Wien aktuell im Fachjournal “Nature Communications” (DOI: 10.1038/s41467-018-02876-y) berichtet, gingen sie in ihrer Studie der Frage nach, ob mikrobielles Leben, ähnlich wie wir es von der Erde her kennen, auch auf anderen Himmelskörpern möglich ist – konkret auf dem Saturnmond Enceladus, der einen unterirdischen Wasserozean hat.

Hierzu setzten sie die methanogenen Mikroben (Methanothermococcus okinawensis) aus einem in der japanischen Tiefsse vorkommenden Archaea-Stamm, einer an die vermuteten Bedingungen im Enceladus-Ozean Umgebung aus, da diese Wasserstoff und Kohlendioxid verstoffwechseln sowie hohe Temperaturen und Druck aushalten können. Das Ergebnis zeigt, dass besagte Archaen prinzipiell auch unter den möglichen Eismond-Bedingungen gedeihen können.

Zuvor schon hatte die im September 2017 erfolgreich beendete Cassini-Mission der NASA, die Zusammensetzung der Wassereisfontänen des Enceladus analysiert und gezeigt, dass im Inneren des Saturnmondes alle wesentlichen Zutaten für Leben – wie wir es von der Erde Kennen – vorkommen: Wasser, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel, zudem Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, molekularen Wasserstoff, Ammoniak und neben vielen weiteren Molekülen auch Methan entdeckt.

Schaubild zum inneren Aufbau des Saturnmondes Enceladus (Illu.)
Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute; interior: LPG-CNRS/U. Nantes/U. Angers. Graphic composition: ESA

Wasserstoff (H2), Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) sind für die Forscher von besonderem Interesse, da die untersuchten Methanogene H2 als Energiequelle und CO2 als Energie- und Kohlenstoffquelle zu CH4 metabolisieren können.

“Wir haben gezeigt, dass Methanogene unter Enceladus-ähnlichen Bedingungen vermehrungsfähig sind und ein Teil des in den Wassereisfontänen nachgewiesenen CH4 daher prinzipiell biologischen Ursprungs sein könnte”, so die Forscher und führen dazu weiter aus: “Man muss allerdings berücksichtigen, dass die im Labor nachgestellten Bedingungen nicht zwangsläufig denen des unterirdischen Wasserozeans auf Enceladus entsprechen müssen. Diese basieren auf Extrapolationen, die von den Cassini-Daten abgeleitet wurden und naturgemäß fehlerbehaftet sind.”

Sollte es im Enceladus-Ozean tatsächlich methanogenes Leben geben, so könnte dieses durch typische Biosignaturen wie z.B. Lipide oder bestimmte Isotopenverhältnisse von CO2 und CH4 nachgewiesen werden. In ihrer Studie weisen die Forscher abschließend aber auch auf einen weiteren Aspekt hin: “Die Daten zeigen, dass möglicherweise eine Gefahr der Kontamination solcher Eismonde mit irdischen Organismen durch Raumsonden von der Erde besteht.”

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Mondwasser: Wasser überall im Mondboden – nicht nur an den Polen – vorhanden

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/wp-content/uploads/2018/02/502-der-mond.jpg

Auf dem Mond, bzw. gebunden im Mondboden, könnte es noch mehr Wasser geben als bislang angenommen. Neue Spektraldaten zweier Mondsonden zeichnen nun das Bild von über den ganzen Mondglobus verteiltem Wasser in Form von an das Mondgestein gebundenem Hydroxyl (OH). Nicht nur in den immerdunklen Mondkratern an den Polen des Mondes, auch bei “Tag” könnte so Mondwasser nahezu überall auf dem Erdtrabanten vorhanden sein.

Wie das Team um Joshua Bandfield vom Space Science Institute aktuell im Fachjournal “Nature Geoscience” (DOI: 10.1038/s41561-018-0065-0) berichtet, basiert die neue Erkenntnis auf den Daten des “Lunar Reconnaissance Orbiter” (LRO) der NASA, sowie der indischen Mondsonde Chandrayaan-1. Das Mondwasser sei demnach nicht nur global, sondern sowohl bei Nacht als auch während des Mondtages vorhanden, allerdings deshalb nicht unbedingt einfach zu erreichen und damit nutzbar.

Die Entdeckung könnte Wissenschaftler dabei helfen, die Entstehung des Mondwassers besser zu verstehen und Wege zu finden, dieses als Ressource zukünftiger Missionen und bemannter Stationen zu nutzen: “Sollte der Mond ausreichend und nutzbares Wasser besitzen, so könnte dieses Wasser von zukünftigen Mondfahrern als Trinkwasser und Quelle für Wasserstoff und Sauerstoff und damit zum Atmen und als Antrieb genutzt werden”, erläutert der Studienleiter.

“Wie es scheint, ist es keine Frage der Tageszeit und des Ortes, wo und wann auch immer wir auf dem Mond nach spektralen Signalen Von Wasser suchen, finden wir es auch. Ob Wasser vorhanden ist, scheint von der Oberflächenzusammensetzung abzuhängen.”

Tatsächlich widersprechen die neuen Daten jenen früherer Studien, die noch nahe gelegt hatten, dass Wasser auf dem Mond nur rund um die Pole zu finden sei und dass es während des Verlaufs eines Mondtages (29,5 Erdentage) zu- und wieder abnimmt. Vor dem Hintergrund dieser älteren Daten sahen einige Forscher in den immerdunklen Kratern an den Polen des Mondes regelrechte Kältefallen für während des Mondtages sich verflüchtigende Stoffe. Auch angesichts der neuen Daten zeigen sich einige Forscher noch zurückhaltend, da diese bislang nur von Orbitalinstrumenten, also aus der Ferne und nicht direkt auf bzw. in der Mondoberfläche selbst gemessen wurden. Um allerdings die zugrundeliegenden Daten korrekt interpretieren zu können, muss die Temperatur des Untergrund sehr genau bekannt sein. Während dies bislang nur selten möglich war, haben die Forscher anhand der neusten Messdaten ein neues Temperaturmodell des Mondes erstellt und in dieses die Spektralwerte eingetragen.

Auf dieser Grundlage vermuten die Wissenschaftler um Bandfield nun, dass das Wasser im Mondboden in Form von Hydroxyl (OH) und damit einer reaktiveren Form von H20. Hydroxil wiederum wäre deutlich fester an das Mondgestein gebunden wäre als das in den Polarkratern in Form von Wasserei vorliegende H20 und von zukünftigen Mondfahrern mit speziellen Verfahren extrahiert werden müsste, um nutzbar zu sein.

Als einstige Quelle des Mondwasser spekulieren die Forscher derzeit immer noch darüber, ob sowohl das H20 als auch OH durch Interaktion des Mondbodens (Regolith) mit dem Sonnenwind entstehen kann. Alternativ könnte es aber auch vom Mond selbst stammen und nach und nach aus dem Innern von Mondmineralien freigesetzt wurden, in denen es seit der Entstehung des Mondes gefangen war.

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Tikal: Laser-Scans offenbaren ausgedehntes Netzwerk an Maya-Bauten im Dschungel Guatemalas

Tikal (Guatemala) – Ein weitflächiger Scan des Regenwaldes im nördlichen Guatemala offenbart erstmals ein bislang ebenso unbekanntes wie ausgedehntes Netzwerk aus sage und schreibe rund 60.000 Bauwerken der Maya rund um deren Stadt Tikal. Damit zeigt sich, dass Tikal einst eine noch gewaltigere Megapolis war und einige Millionen mehr Menschen beherbergte als dies bislang angenommen wurde.

Zutage traten die vom Regenwald größtenteils vollständig verdeckten Strukturen durch Scans mit Hilfe der sogenannten LIDAR-Technologie (Light Detection And Ranging). Hierbei wird das zu vermessende Gebiet aus der Luft mit jeweils 25 bis 500 Laserpulsen pro Quadratmeter abgetastet. Aus den Daten kann dann der Bewuchs herausgerechnet werden, wodurch das Geländeprofil darunter hochauflösend in Form geodätischer Aufnahmen zum Vorschein kommt. Anhand dieser Bilder können dann neben geomorphischen Eigenschaften der Landschaft auch beispielsweise archäologische Strukturen herausgelesen werden.

Insgesamt besitz das nun abgesuchte Gebiet eine Fläche von rund 2.100 Quadratkilometern rund um Tikal. Bei den Strukturen selbst handelt es sich um Straßen, Brücken, Befestigungsanlagen, Türme, Behausungen, Siedlungen und Pyramidentempel. Neben den Gebäuden offenbaren die LIDAR-Scans auch die Spuren einst landwirtschaftlich genutzter Flächen, die jahrhundertelang die Versorgung der Maya sicher stellte. Damit ist Tikal bis zu viermal größer als bislang gedacht, berichten die Archäologen um Thomas Garrison vom Ithaca College.


Das mit der LIDAR-Technolgie zunächst gescannte Regenwaldprofil (o.) verdeckt die darunter verborgenen, durch die digitale Entfernung der Bewaldung zu Tage tretenden Strukturen (u.).

Die Entdeckung besitze ein derartiges Ausmaß, dass die “ehrlich gesagt unsere Forschungsdisziplin völlig auf den Kopf stellt”, so der Maya-Experte Garrison. “Die hiesige antike Population, wie sie sich hier konzentrierte, war deutlich größer als bislang angenommen.” Die Forscher schätzen nun, dass de hiesige nicht nur einige wenige Millionen Menschen, sondern bis zu 20 Millionen umfasste.

Die LIDAR-Scans selbst sind jedoch erst der Anfang und sollen nun dabei helfen, die interessantesten Orte für eine Vorort-Erforschung zu identifizieren.

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Schwertwal imitiert erstmals menschliche Sprache

Madrid (Spanien) – Genau wie ihre Verwandten die Delfine, so sind auch Schwertwale (Orcinus orca) für ihre Intelligenz bekannt. Jetzt berichten Wissenschaftlr jedoch erstmals davon, dass Orcas einzelne menschliche Wörter imitieren können. Auch wenn es sich noch nicht um perfekte Wortlaute handelt, ist dennoch deutlich zu erkennen, was “gemeint” ist. Die Leistung ist umso erstaunlicher, da sich der Vokalapparat der Tier deutlich von dem menschlichen unterscheidet.

Bei den nun im Fachjournal “Proceedings of the Royal Society B” (DOI: 10.1098/rspb.2017.2171) dargelegten Beispielen handele es sich um die “erste wissenschaftliche Demonstration eines Orcas, der menschliche Wörter imitiert, so der Hauptautor der Studie, Jose Abramson von der Universidad Complutense de Madrid.

“Wir erwarten keine perfekte Übereinstimmung, wie wir sie etwa von Papageien kennen”, erläutert Abramson. “Dennoch ist das Ergebnis der Versuche des Schwertwals Wickie von einer sehr hohen Qualität. Besonders, wenn man bedenkt, dass die Vokalanatomie der Tiere sich deutlich von der unsrigen unterscheidet.”

“Selbst für uns Wissenschaftler war es schwierig, unsere Emotionen nicht so auszudrücken wie etwa die Trainer von Wickie im Marineland Aquarium im südfranzösischen Antibes, als der Schwertwal die Worte erfolgreich imitierte.”

Für die Untersuchungen darüber, bis zu welchem Grad Schwertwale in der Lage sind, ihnen fremde Laute zu imitieren, nutzten die Forscher die ausgeprägten Fähigkeiten von Wickie zur Imitation von Gesten und Bewegungen ihrer Trainer.

Nachdem der Schwertwal zunächst darauf trainiert wurde, die Pfeif- und Klicklaute seiner fremder Artgenossen zu imitieren, gingen die Trainer dazu über, von Wickie auch menschliche Laute und Wörter zu erwarten.

Bei den Experimenten mit dem Wort “Hello” (Hallo) imitierte der Schwertwal deutlich zwei Silben mit etwas, dass an ein “l” in der Mitte und ein “o” am Ende erinnert:
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HINWEIS: Sollte die Abspielfunktion der Tondateien nicht korrekt laden, klicken Sie bitte auf das Lupen-Symbol und gelangen so zur Originalseite oder laden Sie die Dateien via “Downoad” auf ihren Computer.

Auch bei den Versuchen mit dem Trainer-Namen “Amy” bedarf es nicht viel Phantasie, um zu verstehen, was gemeint ist:
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Weitere Klangbeispiele:

“One, Two, Three”
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“One, Two”
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Während in den beiden Zähl-Beispielen zwar die Silben deutlich unterschieden werden können, zeigte sich offenbar das Problem der Tiere, Laute zu imitieren, die wir Menschen durch das Herauspressen von Luft mit der Zunge zwischen Zähnen und Lippen erzeugen.

Bye, Bye
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Ah Ah
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Zwar sei die Fähigkeit der Schwertwale zur Imitation noch kein Beleg dafür, dass die Tiere auch den Sinn der imitierten Laute verstehen – und auch die Exprimente waren nicht auf einen Bedeutungsbezug der vorgegebenen Laute ausgelegt – dennoch zeige die Studie einmal mehr, wie intelligent die Tiere seien. “Die Fähigkeit zur Imitation ist immer ein Zeichen von Intelligenz, da sie zeigt, dass die Tiere in der Lage sind, ihnen gestellte Aufgaben zu lösen.”

Die Alternative zur Imitation, etwa das Lernen nach dem Prinzip Versuch und Irrtum, könne in der freien Natur sehr riskant sein: “Man kann beispielsweise an dem Versuch sterben, ob giftige Fische nicht vielleicht doch essbar sind. Wenn man aber von der Erfahrung anderer lernt, ist das wesentlich sicherer”, so Abramson. “Eine der wichtigsten Errungenschaften der Evolution der menschlichen Intelligenz ist die Fähigkeit zum sozialen Lernen, zur Imitation und die Errungenschaft von Kultur.

Wenn wir also eine weitere Art finden, die ebenfalls über diese Fähigkeiten verfügt, so kann man bei dieser Art auch von einem großen Potential an sozialer Flexibilität ausgehen. Umgekehrt erlaubt es diese Fähigkeit einer Art, sich selbst schnell an Veränderungen in seiner Umgebung anzupassen und dadurch die eigenen Überlebenschancen zu verbessern.”

Tatsächlich konnte schon zuvor gezeigt werden, dass Schwertwale auch in der Lage sind, die Laute von Delfinen zu imitieren. Mit Ausnahme von Papageienvögeln, deren Imitationsfähigkeit weithin bekannt ist, war dieses Verhalten bislang nur bei Weißwalen, Delfinen, Seehunden und einem asiatischen Elefanten beobachtet worden.

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Künstliche Intelligenz (AI) analysiert Voynich-Code

Edmonton (Kanada) – Kaum ein historisches kryptisches Manuskript wurde wohl bereits schon derart oft für entziffert und seine Rätsel für gelöst erklärt, wie das sogenannten Voynich-Manuskritps. Den einen gilt es als mystisches Werk voller Rätsel, anderen als sinnloser mittelalterlicher Schwindel. Jetzt haben kanadische Sprachinformatiker mit Hilfe künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) analysiert und präsentieren sogar einen “Lesevorschlag” für das “unlesbare Buch”. Gelöst haben, wollen sie das Rätsel – entgegen zahlreicher anderslautender Medienberichte zur Studie – aber noch nicht.

Jahrzehntelang haben sich unterschiedliche Forscher, Wissenschaftler und Autoren hauptsächlich mit der Entzifferung der kryptischen Schrift und “Sprache” des rund 600 Jahre alten Manuskripts beschäftigt und dabei zahlreiche Theorien über dessen Sinn, und Autoren abgeleitet (s. Links). Wie Prof. Greg Kondrak und Bradley Hauer von der University of Alberta aktuell im Fachjournal “Transactions of the Association of Computational Linguistics” berichten, verwendeten sie zunächst “Proben” von 400 unterschiedlichen Sprachen, um so die dem Manuskript zugrunde liegende Sprache zu ermitteln.

Während sie zunächst vermutet hatten, dass das Voynich-Manuskritpt in Arabisch verfasst sein könnte, zeigte sich schon nach den ersten Algorithmen, dass die wahrscheinlichste Sprache Hebräisch zu sein scheint.

In einem weiteren Analyseansatz gingen die Forscher dann davon aus, dass der Text mit Hilfe von Alphagrammen erstellt wurde, mittels derer ein Satz durch einen anderen definiert wird. Auf dieser Grundlage versuchten sie den Text mit Hilfe weiterer Algorithmen zu entziffern.

“Wie sich zeigte, handelt es sich bei 80 Prozent des Textes tatsächlich um hebräische Wörter. “Zunächst wussten wir damit aber nicht, ob sie zusammen auch einen Sinn ergaben”, erläutert Kondrak. Mit Hilfe der eingeschränkten Google-Übersetzung ergab sich dann aber schon für den ersten Satz des Manuskripts ein merkwürdiger, aber verständlicher und mehr oder weniger sinnvoller Satz: “Sie machte dem Priester einen Vorschlag, dem Herren des Hauses, mir und den Menschen.” (She made recommendations to the priest, man of the house and me and people.”

Um den Text jedoch zu verstehen und erklären zu können, bedürfe es nun allerdings Historikern und alt-hebräischen Sprachwissenschaftlern. “Unsere Analyse kann nur als Beginn für weitere Analysen auf dieser Grundlage verstanden werden”, erklären die beiden Autoren abschließend und machen damit klar, dass sie lediglich einen computerbasierten sprachanalystischen Ansatz aufzeigen, der jedoch – trotz andersartiger internationaler Medienberichte – nicht den Anspruch erhebt, das Voynich-Manuskript endgültig entziffert und seine Rätsel gelöst zu haben

 
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350 Kilometer! Längste Unterwasserhöhle der Welt unter dem Maya-Reich entdeckt

Unter dem ehemaligen Reich der Maya haben Forscher ein riesiges Höhlensystem entdeckt, das unter Wasser liegt. 

Unterwasserhöhle

Höhlensystem erreicht Länge von fast 350 Kilometern 

Merida – Forscher haben auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan die längste Unterwasserhöhle der Welt nachgewiesen – sie erreicht die beeindruckende Dimension von fast 350 Kilometern (Bilder finden Sie hier). Die Taucher entdeckten dabei nicht nur ein völlig neues Höhlensystem, sondern konnten auch zeigen, dass zwei bereits bekannte Systeme miteinander verbunden sind.

Bisher galt die südlich von Tulum gelegene Unterwasserhöhle Ox Bel Ha mit einer Länge von 270 Kilometern als die weltweit längste – ihrer Art. Die Forscher fanden jetzt jedoch heraus, dass zwei andere Höhlen im bekannten Küstenort Tulum selbst, miteinander verbunden sind: Die Sac Actun und Dos Ojos Höhlen. Damit ist dieses Höhlensystem nun das längste der Welt: 

Unter dem Reich der Maya 

Höhlentaucher unter der Regie des deutschen Wissenschaftlers Robert Schmittner hätten zehn Monate in den Höhlen Sac Actun und Dos Ojos nahe dem für seine Maya-Ruinen bekannten Küstenort Tulum gearbeitet, teilte die Projektleitung mit. Demnach vermutete Schmittner bereits seit Jahren, dass beide Höhlen miteinander verbunden sind. Bisher galt die südlich von Tulum gelegene Unterwasserhöhle Ox Bel Ha mit einer Länge von 270 Kilometern als die weltweit längste ihrer Art.

In dieser Gegend wimmelt es nur so von riesigen Unterwasserhöhlen:

Tulum ist unter anderem für seine Maya-Ruinen in direkter Strandnähe weltberühmt. Im gesamten Bundesstaat Quintana Roo gibt es unter der Wasseroberfläche eine Vielzahl riesiger Höhlen. Allein im Norden sind Forschern 358 Unterwasserhöhlensysteme bekannt.

Die neueste Entdeckung basiert auf mehr als 20 Jahren Forschungsarbeit:

Erkunden und erhalten 

„Das war eine Arbeit von mehr als 20 Jahren, Hunderte Kilometer von Unterwasserhöhlen allen voran in Quintana Roo zu erforschen, von denen ich 14 Jahre diesem monströsen Sac Actun-System gewidmet habe“, wurde Schmittner in einer Mitteilung der Organisation Gran Acuifero Maya zitiert.

Dennoch scheint vieles weiterhin nicht erforscht zu sein und somit könnten noch einige Überraschungen folgen:

Nun gehe es darum, das Erforschte zu erhalten – und auch weitere Verbindungen zwischen Unterwasserhöhlen zu finden. Unter anderem wollen die Forscher des Projekts nun prüfen, ob zwischen Sac Actun, in deren Namen nun nach Regeln der Höhlenforschung die kleinere Dos Ojos aufgeht, und drei anderen Unterwasserhöhlen in der Nähe eine Verbindung besteht. Auch soll die Tier- und Pflanzenwelt von Sac Actun erforscht werden.

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Philipos Moustaki (Profile)

Redakteur Philipos Moustaki trat dem SOTT Team Ende 2011 bei. Während er in Deutschland lebt, sind ein Teil seiner Wurzeln griechisch. Sein Schwerpunkt besteht darin, das unglaubliche Wissen von SOTT.net der deutschsprachigen Welt näher zu bringen durch Veröffentlichungen, Bearbeitungen und Übersetzungen für de.SOTT.net. Wenn er nicht gerade für SOTT.net die Welt dort draußen und sich selbst erforscht, arbeitet er als Werkzeugmechaniker bei einem international führenden Anbieter für End-to-End-Lösungen für die Datenübertragung, der die anspruchsvollsten Standards für Daten, Ton-und Video-Anwendungen erfüllt.

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