Könnte Oumuamua auch ein außerirdisches Artefakt sein?


Saarbrücken (Deutschland) – Im vergangenen Oktober entdeckten Astronomen erstmals ein Objekt, das unser Planetensystem durchquerte, selbst jedoch von außerhalb des Sonnensystem zu stammen scheint. Während die das Objekt “1l/Oumuamua” beobachtenden Astronomen diesem zwar attestieren, dass es “mit nichts vergleichbar (sei), was wir bisher kennen” , findet eine wissenschaftliche Diskussion darüber, ob es sich bei dem Objekt vielleicht auch um ein künstliches außerirdisches Artefakt – eine Sonde oder ein Raumschiff – handeln könnte, kaum öffentlich statt. Grenzwissenschaft-Aktuell.de  hat nachgefragt. Wie sich zeigt, hat SETI das Objekt bereits seit Tagen im Visier.

Auf die Frage, ob die ungewöhnliche, zigarrenähnliche Form des Objekts, die dieses “von allem, was wir aus dem Sonnensystem kennen unterscheidet”, nicht auch die Option einer künstlichen Natur und Herkunft des Objekts nahelege oder diese Vorstellung zu weit hergeholt sei, erklärte Karen Meech vom Institute for Astronomy auf Hawaii gegenüber GreWi:

“Nein, zu weit hergeholt ist diese Vorstellung zunächst nicht. Der Astronom Carl Sagan sagte aber einmal, dass außergewöhnliche Behauptungen auch außergewöhnlicher Beweise bedürfen.

Hier haben wir nun aber ein Objekt, dass sich – obwohl seine Flugbahn nahelegt, dass es aus einem anderen Planetensystem stammt – ganz so verhält, wie bekannte natürliche Objekte, die wir aus unserem Sonnensystem kennen. Auch seine Oberflächenfärbung stimmt mit der kleinerer Körper im Sonnensystem überein.

Das Ungewöhnliche an ‘Oumuamua’ ist tatsächlich seine (zigarrenähnliche) Form. Aber wir sind erst am Anfang unserer Überlegungen darüber, wie diese Form entstanden sein könnte.

Kurz gesagt: Wir sehen bislang einfach keinerlei Anzeichen dafür, dass das Objekt derart ungewöhnlich wäre, als dass wir nach der zitierten ‘außergewöhnlichen Erklärung’ greifen müssten, um es zu erklären. Deshalb konzentrieren wir uns derzeit auf eine natürliche Erklärung im Sinne eines interstellaren Kometen oder Asteroiden.”

Tatsächlich schließen Astronomen aus der Erstentdeckung schon jetzt, dass unsere Milchstraße eine Vielzahl von “Irrläufern” aus anderen Planetensystem birgt und rund 10.000 davon schon jetzt unserer Sonne näher sind als der Planet Neptun. Schon von der nächsten großen Himmelsüberwachung könnten weitere astronomische Objekte entdeckt werden.

A/2017 U1 is most likely of interstellar origin.

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Diese Animation zeigt den Weg des Objekts durch unser Sonnensystem. Anhand der Bahneigenschaften schlussfolgern Astronomen, dass “Oumuamua” von außerhalb unseres Sonnensystems stammt.

Hintergrund
Während Astronomen noch über die genaue Natur und Herkunft des Objekts diskutieren, scheinen Science-Fiction-Autoren das Szenario rund um die Entdeckung und einige der bereits beschriebenen Eigenschaften von Oumuamua vorausgeahnt zu haben:

 

Tatsächlich wäre es laut Meech aber schon mit heutiger Technologie möglich, eine Sonde zu Oumuamua zu schicken, um den interstellaren Besucher aus direkter Nähe zu erforschen. “Eine solche Mission zu Oumuamua wäre jedoch sehr teuer. Deshalb wäre es besser, sich schon jetzt auf den nächsten Besuch eines interstellaren Objekts vorzubereiten, ein Raumschiff für diesen Zweck zu bauen und für den Fall eines zukünftigen Besuchs startbreit zu halten.”

 

Dass zumindest hinter den Kulissen auch Astronomen eine künstliche Herkunft des Objekts zunächst zumindest nicht gänzlich ausschließen wollten, zeigen nicht nur die zahleichen Diskussionen in dieser Frage unterschiedlicher Astronomen (u.a. in den sozialen Medien), sondern nicht zuletzt auch der Umstand, dass sowohl das “SETI Institute” im kalifornischen Mountain View als auch das SETI-Programm an der University of Berkeley (und damit verbunden auch die “Breakthrough Listen”-Initiative) Oumuamua ins Visier genommen haben.

“Ja, wir haben Oumuamua mit der Allen Telescope Array (ATA) untersucht und ich glaube auch, dass die University of California in Berkeley eine kurzen Blick auf das Objekt geworfen hat.”

“Bislang haben wir aber kein glaubhaftes Signal von Oumuamua finden können – zumindest nicht auf jenen Frequenzen von rund 2200 MHz, auf denen wir mit ATA gesucht haben. Allerdings werden wir uns während der kommenden vier Tage des Objekts erneut mittels weiterer unterschiedlicher Empfangsparameter annehmen.”

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