3,7 Milliarden Jahre alte Fossilien gefunden

Hämatit-Röhrchen aus dem kanadischen Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel stellen die bislang ältesten bekannten Fossilien dar.

London (Großbritannien) – Ein internationales Wissenschaftlerteam hat in Quarzschichten des Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel in der kanadischen Provinz Quebec die fossilen Überreste von Mikroorganismen entdeckt, die mit einem von den Forschern bestimmten Alter von mindestens 3,77 Milliarden Jahren die bislang ältesten irdischen Lebensformen darstellen. Zugleich hat die Entdeckung auch Konsequenzen für die Wahrscheinlichkeit von Leben auch auf fernen Planeten die eigentlich auf den ersten Blick als eher lebensfeindlich erscheinen.

Wie das Team um Matthew Dodd vom University College London (UCL) aktuell im Fachjournal „Nature“ (DOI: 10.1038/nature21377) beschreibt, handelt es sich bei ihrem Fund um Filamente und röhrendförmige Strukturen zwischen den Quarzschichten, die einst von Bakterien gebildet wurden, die sich von Eisen ernährt haben.

Die Quarzstrukturen selbst stellen Sedimente einstiger hydrothermaler unterseeischer Quellen dar, deren Alter die Wissenschaftler auf zwischen 3,77 und 4,3 Milliarden Jahre datierten.

„Unsere Entdeckung stützt die Vorstellung davon, dass das Leben im Umfeld eben dieser heißen Quellen am Meeresboden entstand – und das schon kurz nach dem sich die Erde gebildet hatte“, erläutert Dodd die Schlussfolgerungen aufgrund der Entdeckung. Weiter führt der Wissenschaftler aus, dass „ein derart schnelles Erscheinen von Leben auf der Erde zu anderen Funden passt, die auch andere 3,7 Milliarden Jahre alte Sedimente als das Ergebnis von Mikroorganismen deuteten 

Während sich frühere Funde und deren Interpretation als biologische Fossilien mit der Kritik konfrontiert sehen, dass ähnliche Strukturen vielleicht auch auf nicht-biologische Weise entstehen könnten, glauben die Forscher um Dodd diese Möglichkeit anhand der kanadischen Funde nun so gut wie sicher ausschließen zu können: „Die Hämatit-Strukturen weisen die selben charakteristischen Verästelungen auf, wie bekannte eisen-oxidierende Bakterien im Umfeld heutiger hydrothermaler Schlote und wurden gemeinsam mit weiteren Mineralien gefunden, die typisch für biologische Materialien wie Knochen und Zähne und charakteristischen für Fossilien sind.“

„Unsere Entdeckung zeigt, dass das Leben auf der Erde nicht nur zu einer Zeit entstand, als die Erdoberfläche nach heutigen Maßstäben noch ziemlich lebensfeindlich war, sondern auch als sowohl die Erde wie auch der Mars schon bzw. noch flüssiges Wasser auf ihren Oberflächen beherbergten. Das wirft ein interessantes Licht auf die Frage nach außerirdischem Leben – auf dem Mars und anderswo“, so Dodd und führt weiter aus: „Diese Entdeckung hilft uns also nicht nur dabei, die Geschichte des erstaunlichen Lebens auf unserem eigenen Planeten besser zu verstehen. Sie hilft uns vielleicht auch bei der Suche nach Lebens sonst wo im Universum.“

 Tatsächlich zeigen sich die Wissenschafter abschließend sogar zumindest von einstigem Leben auf dem Mars überzeugt: „Aufgrund unserer Entdeckung erwarten wir, dass wir irgendwann einmal Beweise für einstiges Leben vor rund 4 Milliarden Jahren finden werden. Andernfalls wäre die Erde schon eine sehr besondere Ausnahme.“

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