NASA-Raumsonde liefert erste Nahaufnahme des Pluto-Systems


Nahaufnahme von Pluto und Charon in Farbe. 

Laurel (USA) – Bislang bildeten lediglich Aufnahmen von erdgestützten oder Weltraumteleskopen die Grundlage jeglicher Beschreibungen der Eigenschaften des ehemals neunten Planeten Pluto und seiner fünf kleineren und größeren Monde. Mit der jetzt, drei Monate vor dem direkten Vorbeiflug der Sonde „New Horizons“ am 15. Juli 2015 präsentierten Aufnahme der liefert die NASA erstmals eine wirkliche Nahaufnahme des Pluto-Systems.

„Mit diesem Vorbeiflug wird sich unser Wissen darüber, wie das Pluto-System wirklich ist, exponentiell erweitern und ich habe keinen Zweifel daran, dass wir ganz faszinierende Entdeckungen vor uns haben“, kommentiert John Grunsfeld Administrator des Science Mission Directorate der NASA die Aufnahme.

Neun Jahre und annähernd 4,8 Milliarden Kilometer ist die Sonde nun unterwegs, um erstmals Pluto und seine bislang fünf bekannten Monde aus wirklicher Nähe zu fotografieren und die Oberfläche des Zwergplaneten im unsere Sonnensystem abschließenden Kuiper-Gürtel jenseits des Neptun zu kartografieren.

Pluto ist der größte bislang bekannte Körper im Kuiper-Gürtel, besitzt eine Stickstoffatmosphäre, komplexe Jahreszeiten und markante Oberflächenmerkmale. Er besteht aus Eis und Fels und könnte sogar einen Ozean aus flüssigem Wasser unter seiner eisigen Kruste verbergen. Zudem wird er von mindestens fünf Monden umkreist. Der größte dieser Monde, Charon, könnte selbst über eine Atmosphäre und einen inneren Ozean verfügen.

An Bord der Sonde befinden sich insgesamt sieben hochkomplexe wissenschaftliche Instrumente – darunter Kameras, Spektrometer, Plasma- und Staubdetektoren. Mit diesen soll die Geologie von Pluto und Charon kartiert und die Zusammensetzung, Texturen und Temperaturen ihrer Oberflächen dokumentiert werden. Zudem soll Plutos Atmosphäre analysiert und nach einer Atmosphäre um Charon gesucht werden.

Derzeit ist „New Horizons“ Pluto zwar schon näher als unsere Erde der Sonne, doch zeigen sich der Zwergplanet und sein größter Mond bislang noch nur als zwei helle Punkte. Am Punkt ihrer größten Annäherung wird sich die Sonde dem Pluto-System bis auf 9.600 Kilometer annähern und dann wahrscheinlich faszinierende Entdeckungen am Rande unseres Sonnensystems offenbaren.

Nach dem Vorbeiflug am Pluto-System wird „New Horizons“ den Kuipergürtel durchfliegen, wo zwischen 2018 und 2019 ein Vorbeiflug an einem weiteren Kuipergürtel-Objekt geplant ist.

Neuer Himmelskörper im äußeren Sonnensystem entdeckt: Astronomen finden fünften Mond um Pluto


Blick ins Pluto-System mit seinen mittlerweile fünf bekannten Monden. 


Mountain View (USA) – Nicht nur im Umfeld ferner Sterne – auch in unserem eigenen Planetensystem können immer noch bislang unbekannte Himmelskörper entdeckt werden. So aktuell geschehen mit Hilfe des Weltraumteleskop „Hubble“, mit dem nun ein weiterer Mond um den ehemals neunten und heutigen Zwergplaneten Pluto entdeckt wurde.

Der neu entdeckte unregelmäßig geformte Mond, der auf den Hubble-Aufnahmen (s. Abb.) nur als kleiner Lichtfleck zu sehen ist, hat einen bislang geschätzten Durchmesser von gerade einmal 10 bis 25 Kilometern und umkreist Pluto auf einer 95.000 Kilometer durchmessenden Kreisbahn – wahrscheinlich auf gleicher Ebene mit allen anderen bislang entdeckten Trabanten des frostigen Zwergplaneten.

Die Monde bilden eine Reihe sorgfältig ineinander liegender Umlaufbahnen, die die Astronomen um Mark Showalter vom SETI Institute mit einer Matrjoschka-Puppe vergleichen.

Die Wissenschaftler zeigen sich überrascht von dem Umstand, dass ein derart kleiner „Planet“ eine solch komplexe Sammlung von Satelliten besitzen kann. Die Entdeckung liefert weitere Einblicke auf die Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems. Die bislang von Astrophysikern bevorzugte Theorie geht davon aus, dass es sich bei den Monden um Relikte von Kollisionen zwischen Pluto und anderen Objekten im Kuipergürtel vor etwas einer Milliarde Jahre handelt.

Während der größte Mond des Pluto, Charon (P1) im Jahre 1978 entdeckt wurde, fanden Astronomen bei Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop 2006 zwei weitere Monde, Nix und Hydra (P2 und P3), sowie im vergangenen Jahr einen vierten Mond (P4, …wir berichteten). P5 (S/2012 (134340) 1) wurde auf neun unterschiedlichen Bildreihen entdeckt, die mit Hubbles „Wide Field Camera 3“ am 26., 27. und 29. Juni und am 7. und 9. Juli 2012 aufgenommen wurden.

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