Botschaften aus dem Totenreich: Einbildung oder Realität?

Andreas von Rétyi

Endet das Dasein wirklich mit dem Tod? Unabhängige Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, ob Verstorbene zu uns Kontakt aufnehmen könnten. Die Antworten sind unerwartet und verblüffend.

Ein kalter Schauer stellt sich wohl bei jedem ein, der über die Endlichkeit des Lebens nachdenkt und über den Tod sinniert. Doch der Gedanke, dass Tote sich aus der anderen Welt melden könnten, irritiert viele Menschen. Die vielen Totenkulte der Welt belegen jedenfalls, dass Menschen einen Kontakt zu Verstorbenen halten möchten. Im Gegensatz dazu basiert der Glaube an Dämonen, Geister und Vampire auf Furcht.
Und auch in Europa existiert noch der Glaube an »Untote«. Aufgeklärte Menschen glauben nicht an solche Märchen. Nur im tiefsten Inneren eines jeden von uns steckt noch ein Funken von der alten Angst.

Das Blinzeln in der Totengruft

Der britische Professor James Henry Breasted war als Ägyptologe und Siegelexperte bei den Ausgrabungen der letzten Ruhestätte von Pharao Tutanchamun. Er kennt das alles besser als viele andere. Breasted hielt sich allein im neu entdeckten Grab auf, um Siegelabdrücke in der Vorkammer zu untersuchen, als sein Blick auf die Wächterstatuen in dem düsteren Raum fiel. Und fast blieb dem Forscher das Herz stehen, als ihn eine der Figuren aus dem Dunkel heraus anblinzelte. Einer Ohnmacht nahe, hielt der Archäologe inne. Mit höchster Überwindung ging er auf die Statue zu – und dem Vorfall auf den Grund. Tatsäch-
lich gab es eine einfache, natürliche Erklärung: Direkt vor einem Auge des Wächters baumelte ein winziger Lackflitter an einem hauchdünnen Spinnfädchen herab. Er drehte sich im Luftzug und zeigte dabei wechselweise seine dunkle Außenfarbe und die helle Innenseite, die im Licht von Breasteds Lampe aufblitzte. Und genau deshalb hatte ihn der Wächter »angeblinzelt«. Aber lassen sich alle Phänomene dieser Art so einfach erklären? Nach Auffassung renommierter Wissenschaftler ist das nicht der Fall. Und zwar auch dann nicht, wenn es um »Signale« aus dem Reich der Toten geht. Können Studien einen Beweis für eine unsichtbare Schnittstelle zwischen den Welten der Lebenden und der Toten liefern?

Viele gut dokumentierte Vorfälle

Mit Angst – vor allem Berührungsangst -wird man dem bestehenden Problem nicht beikommen. Auch nicht mit dogmatischem Denken oder bedingungslosem Glauben. Wenn es überhaupt einen Weg gibt, dann über möglichst zahlreiche, zuverlässig dokumentierte Vorfälle, bei denen Hinterbliebene mit vermeintlichen Signalen ihrer sterbenden Angehörigen oder von Verstorbenen konfrontiert wurden. Genau solches Material bildet die Grundlage neuerer Untersuchungen, die dem Phänomen der Botschaften aus dem Jenseits zumindest teilweise einen Wahrheitscharakter zusprechen. Ein Wissenschaftler, der sich mit diesem speziellen Bereich auseinandersetzt, ist der emeritierte Professor Erlendur Ha-raldsson. Der Psychologe, der an der Universität von Island, Reykjavik lehrte, machte einst in Freiburg seinen Doktor beim berühmten deutschen Parapsychologen Hans Bender. Haraldsson hatte bereits in den i97oer-Jahren über Phänomene am Totenbett geforscht und später zusammen mit dem 2007 verstorbenen kanadischen Psy-

chiater lan Stevenson gearbeitet, den viele als Begründer der Reinkarnationsforschung betrachten. Im Jahr 2012 veröffentlichte Haraldsson eine Studie zu 340 angeblich außergewöhnlichen Begegnungen mit Verstorbenen. Allgemein zeigen Untersuchungen aus Wales, Japan, Australien und den USA, dass zwischen 40 und 53 Prozent der Trauernden angeblich Signale oder sogar direkte Visitationen erleben, die mit einer ihnen sehr nahe stehenden sterbenden Person direkt verbunden sind. Vorkommnisse dieser Art scheinen also nicht eben selten zu sein. Die Psychologie hat dafür auch eine Erklärung gefunden: Es sind angeblich »Trauer-Halluzinationen«. Was aber, wenn die Angehörigen – meist Eltern oder Kinder – gar nicht wissen, dass ein enger Verwandter soeben verstorben ist, aber die tote Person dennoch plötzlich hören oder sehen? Dann sollte das wohl zumindest nachdenklich stimmen. Für Haraldssons Studie trifft dies auf immerhin 86 Prozent aller betrachteten Fälle zu. lan Stevenson untersuchte unter anderem auch 165 gut dokumentierte historische Fälle, bei denen Menschen unerklärliches Wissen über das Sterben physisch weit entfernter Personen besaßen. 90 Prozent dieser Situationen traten im Wachzustand der »Hellsichtigen« auf. Die Auffassung, dass unser Gehirn seit Urzeiten unerklärlich auf das Bedrohliche geeicht ist, wird auch von vielen Wissenschaftlern akzeptiert. Auch lan Stevenson war zumindest überzeugt von einer telepathischen Übermittlung der negativen Lebenseinschnitte. Dabei spielt es dann keinerlei Rolle, wie groß die physische Distanz zwischen »Sender« und »Empfänger« ist.

Der Astronaut Jerry M. Linenger berichtete sogar, während eines Aufenthalts auf der Raumstation MIR ein unerklärlich intensives und höchst bewegendes Erlebnis gehabt zu haben, das ihm die Gegenwart seines bereits Jahre zuvor verstorbenen Vaters überdeutlich vor Augen führte: Der eigene Vater »erschien« ihm angeblich im All und war stolz darauf, dass Jerry Astronaut geworden war. Linenger beendete seine Astronautenkarriere 1998 nach diesem Erlebnis ziemlich abrupt. Es gibt genügend Schilderungen von solchen Signalen aus dem »Reich der Toten«. Ist das alles nur Einbildung? Die Autorin Nancy Coggeshall berichtet, ihr Mann sei ihr wenige Monate nach seinem Tod erschienen. Sigmund Freud nannte so etwas eine »halluzinatorische Wunscherfüllung«, also eine Art Psychose. Vielleicht ist es nur eine Schutzfunktion, um über den Tod eines geliebten Angehörigen
besser hinwegzukommen – ein Trick in der Evolution des Gehirns? Eine wesentliche Frage ist dabei immer, wie glaubwürdig die geschilderten Fälle überhaupt sind. Denn erzählt wird vieles. Es ist ja möglich, dass Menschen nur Aufmerksamkeit wollen. Erstaunlich ist: Eine direkte visuelle Wahr-
nehmung des Verstorbenen findet extrem selten statt. Nur wenige Prozent sehen die verstorbene Person und nur etwa jeder Siebte erklärt, sie auch akustisch vernommen zu haben. Viele nehmen die Anwesenheit eher indirekt wahr, wenn auch konkret -wie durch physische Berührung.

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Eine Antwort zu Botschaften aus dem Totenreich: Einbildung oder Realität?

  1. Roland schreibt:

    Das „Jenseits“ muß es geben. Es ist sogar höchst materiell. Zu oben beschriebenen Phänomenen gibt es auch die Geschichten von Menschen, welche schon einmal dem Tod von der Schippe gesprungen sind. Deren Erlebnisse während der Fasttotphase waren oftmals für ihr weiteres Leben prägend. Auch über ein Trennen ihres einen Körpers von ihrem anderen Körper wurde berichtet. Sie sahen sich z.B. tot am Boden liegend und Helfer standen darum.

    Dieses Phänomen kann tatsächlich rein physikalisch erklärt werden. Alle unsere bekannte Materie hat etwas Gleichartiges. Und das ist das Plancksche Wirkungsquantum oder identisch der Drehimpuls. Dieser Drehimpuls kommt bei „uns“ nur in ganzzahligen Vielfachen des kleinsten Drehimpulses vor.

    Alle unsere Sensoren/Meßgeräte reagieren offensichtlich nur auf Materie, welche mit diesem kleinsten Drehimpuls in Resonanz steht.

    Eine andere Materie mit etwas anderem Grunddrehimpuls, einem anderen Wirkungsquantum, können wir offensichtlich nicht wahrnehmen und werden daher von dieser „Jenseitsmaterie“ nicht beeinflußt, nicht bewirkt!

    Nur das ist der Grund, weshalb ich die Elefantenherde, welche allabendlich durch mein Wohnzimmer donnert, nicht bemerke 🙂

    Der Mensch scheint daher aus zwei Materiesorten zu bestehen, deren jeweilige Wirkungsquanten sich mikrominimal unterscheiden. Gerade so viel, daß sie sich noch ein wenig bewirken können. Unser „echter“ materieller Geistkörper scheint dabei dabei der „ewige“ zu sein. Vielleicht gibt es sogar in diesem noch einen „ewigereren“, mit dem es sich ebenso verhält. Keine Ahnung.

    Es gibt auch dieses einzigartige Wägeexperiment wo man festgestellt hat, daß beim Tod der Körper um etwa 20 Gramm leichter wird, was als Gewicht der Seele gedeutet wird. Diese 20 Gramm mögen zwar dem Gewicht der Seele in unserem „Wirkungsquantensystem“ entsprechen. Aber dies könnte auch die Restwirkung der „60 kg“ Masse des Astralkörpers entsprechen, welche sich nicht mit 600 N sondern nur noch mit 0,2 N bei uns bemerkbar macht.

    All dies resultiert aus der „banalen“ Newtonphysik und der Schöpfungstatsache.

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