„Die Ursprünge der Sphinx – Himmlische Wächterin der vor-pharaonischen Zivilisation“

Kein anderes Denkmal der Welt verkörpert ein solches Geheimnis wie die Große Sphinx von Gizeh. Sie hat das raue Klima Ägyptens über Tausende von Jahren überlebt und wird noch lange nach dem Verschwinden unserer eigenen Zivilisation bestehen bleiben. Nach der orthodoxen Ägyptologie wurde die Sphinx um 2500 v. Chr. als Denkmal für den Pharao Khafre (Chephren) errichtet. Doch für diese „Tatsache“ gibt es kaum Beweise. Wann wurde die Sphinx wirklich gebaut und vor allem warum?
In dieser provokanten Zusammenarbeit zweier ägyptologischer Außenseiter, Dr. Robert M. Schoch und Robert Bauval, verbinden sich ihre Jahrzehnte langen Forschungen, um zu zeigen, dass die Sphinx Tausende von Jahren älter ist als die herkömmliche ägyptologische Zeitlinie besagt und von einer längst vergessenen vorpharaonischen Zivilisation erbaut wurde.
Sie untersuchen die bekannte Geschichte der Sphinx und vergleichen das, was Ägyptologen behaupten, mit prominenten historischen Berichten und neuen Forschungen, einschließlich Aktualisierungen von Schochs geologischer Wasserverwitterungsforschung und der Neuanalyse seismischer Studien.
Aufbauend auf Bauvals Orion-Korrelationstheorie untersuchen sie die archäoastronomischen Ausrichtungen der Monumente des Gizehplateaus und zeigen, wie die Pyramiden und die Sphinx in Ausrichtung zu den Sternbildern Orion und Löwe gebaut wurden.
Sie analysieren die Beweise für eine wesentlich ältere Bauphase in Gizeh und die Restaurierung und Rekonstruktion der Sphinx während der Ära des Alten Reiches und behaupten, dass die Sphinx zuerst von einer fortgeschrittenen vorpharaonischen Zivilisation gebaut wurde, die vor ca. 12.000 Jahren auf dem Gizehplateau existierte, zeitgleich mit dem anspruchsvollen Göbekli Tepe Komplex.
Die Autoren untersuchen, wie die Denkmäler in Gizeh an „Zep Tepi“ erinnern, das legendäre Goldene Zeitalter, das – wie hier dargelegt wird – eine tatsächliche historische Zeitspanne von etwa 10.500 v. Chr. bis 9700 v. Chr. war.
Während uns Schoch und Bauval näher an das Verständnis des wahren Bau-Zeitalters und Zweckes der Großen Sphinx heranführen, legen sie Beweise für eine frühe Hochkultur vor, die das Vorhandensein der Sphinx vor dem Ende der letzten Eiszeit bezeugt.

Die Autoren
Robert M. Schoch ist seit 1984 in Vollzeit am College of General Studies an der Boston University beschäftigt und erlangte seinen Doktorgrad in Geologie und Geophysik an der Yale University. Er erhielt außerdem einen M.S. und M.Phil – Abschluss in Geologie und Geophysik aus Yale, sowie einen B.S. in Geologie und einen B.A. in Anthropologie von der George Washington University. Bekannt ist er u.a. durch seine Medienpräsenz aufgrund seiner Forschungen, Interpretationen und Theorien im Bereich Alter Kulturen und deren Monumente. In den frühen 1990er-Jahren belegte Robert Schochs geologische Analyse der berühmten Sphinx, dass das Monument Tausende von Jahren älter ist als die konventionelle Datierung auf das Jahr 2.500 v. Chr. Als begabter Redner auf internationalen Konferenzen und Symposien, war Schoch’s Arbeit hilfreich, um die neu erwachte Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang zwischen geologischen und astronomischen Phänomenen, Naturkatastrophen und der Frühgeschichte der Kultur zu lenken. Neben seinen Auftritten und Rundfunk und TV-Dokumentationen ist er Autor, Co-Autor und Herausgeber einer Reihe von technischen wie auch populären Sachbüchern, u.a. Phylogeny Reconstruction in Paleontology, Stratigraphy: Principles and Methods, Voices of the Rocks, Voyages of the Pyramid Builders, Pyramid Quest, The Parapsychology Revolution, sowie dem Universitätslehrbuch Environmental Science: Systems and Solutions. Mehr finden Sie auf seiner Webseite: http://www.robertschoch.com

Robert Bauval wurde 1948 in Alexandria, Ägypten, geboren. Er verließ Ägypten 1967 und ging nach England, wo er sein zuvor begonnenes Studium fortsetzte und arbeitete später als Bauingenieur an internationalen Projekten. 1983 entwickelte er seine Theorie, laut der die drei Pyramiden von Gizeh mit den drei Sternen des Orion-Gürtels in Beziehung stehen (Orion Correlation Theory, OCT) und veröffentlichte mit Unterstützung des Ägyptologen Sir I. E. S. Edwards 1989 einen Artikel in den „Discussions in Egyptology“ des Oxford Journals. 1994 veröffentlichte Bauval gemeinsam mit Adrian Gilbert sein erstes Buch „The Orion Mystery“ (Das Geheimnis des Orion), das als internationaler Bestseller in mehr als 25 Sprachen übersetzt wurde. Er ist Mitautor und Autor mehrerer Bestseller: Keeper of Genesis (1996), Secret Chamber (1999), Talisman (2004), The Egypt Code (2006), Black Genesis (2011), Breaking the Mirror of Heaven (2012), The Master Game (2012), Imhotep the African (2013), The Vatican Heresy (2014), Secret Chamber Revisited (2014) und The Soul of Ancient Egypt (2015). Bauval ist in vielen nationalen und internationalen Fernsehsendern aufgetreten.

 

 

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U.S. Navy bestätigt – offiziell – zahlreiche ernstzunehmende UFO-Sichtungen und UFO-Untersuchungen durch Militärs

Washington (USA) – Kein geringeres Nachrichtenportal als das US-Newsmagazin „Politico“ berichtete gestern darüber, dass U.S. Navy die Realität zahlreicher UFO-Sichtungen durch absolut glaubwürdige Piloten und Angehörige des US-Militärs und darüber hinaus zugibt, dass das US-Militär mit „ernstem Interesse“ diese Vorfälle untersuche. Vor diesem Hintergrund werden derzeit auch die Meldeleitlinien für UFO-Sichtungen durch Navy-Soldaten überarbeitet.

Wie „Politico.com“ berichtet, habe die Navy auch bereits in einer Reihe von Briefings durch ranghohe Geheimdienstoffiziere und Piloten, die von potentiellen Gefahren (durch unidentifizierte Flugobjekte; kurz: UFOs) für die US-Luftsicherheit berichteten, Abgeordnete des US-Kongresses informiert.

Wer genau diese Informanten und Zeugen waren, wollte die Navy indes ebenso wenig bekannt geben wie genaue Details der zukünftigen Leitlinien für das Berichten von UFO-Sichtungen.

Vor diesem Hintergrund überarbeite man derzeit auch die Leitlinien für UFO-Sichtungen durch Piloten und anderen Navy-Angehörige, um den formellen Prozess der Datensammlung und Analyse „unerklärter Sichtungen“ zukünftig zu erleichtern und die Zeugen zu „destigmatisieren“ (sic. Politico).

Der bislang nicht öffentlich gemachte Schritt der US-Navy, so berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf ein Antwortschreiben der US-Kriegsmarine weiter, sei eine „Reaktion auf eine ganze Reihe von Sichtungen unbekannter und höchst fortschrittlicher Fluggeräte, in eigentlich von Navy-Kampfgruppen und anderen militärisch sensiblen Formationen oder Einrichtungen kontrollierten Lufträumen.“

Hintergrund

Über die UFO-Sichtung durch Mitglieder des Kampfgruppenverbandes des Flugzeugträgers „US Nimitz“ im November 2014 und die dazugehörigen Aufnahmen der Bordkameras von Navy-Abfangjgern berichtete Grenzwissenschaft-Aktuell.de bereits im Oktober 2017 und damit noch „vor“ den Enthüllungen durch die „New York Times“.

Hierzu führt der zitierte Navy-Bericht weiter wörtlich aus:

„In den vergangenen Jahren gab es eine ganze Anzahl von Berichten über unautorisierte und/oder unidentifizierter Fluggeräte in den Luftraum verschiedener militärisch kontrollierter Bereiche und militärisch ausgewiesener Flugzonen. (…) Aus Sicherheits- und geheimdienstlichen Gründen nimmt die U.S, Navy (aber auch die U.S. Air Force) diese Berichte sehr ernst und untersucht jeden einzelnen dieser Berichte.“

Auch wenn dies aus dem Statement der Navy nicht hervorgeht, dürfte es sich unter anderem um jene drei Sichtungen handeln, zu denen die „New York Times“ gemeinsam mit der „To The Stars Academy“ zwischen Dezember 2017 und März 2018 drei offizielle Videos der Bordkameras von Navy-Abfangjägern, sowie das bis dahin geheime UFO-Untersuchungsprogramm des Pentagons (Advanced Aerospace Threat Identification Program, AATIP) veröffentlicht hatte.

Im Rahmen dieser Bemühungen werde nun auch der Meldeprozess für derart verdächtige Vorfälle überarbeitet, um diese den jeweils sachverständigen Stellen zukommen zu lassen. Derzeit sei „eine neue Vorgabe an die Flotte in Arbeit, die die einzelnen Schritte einer solchen Meldung erläutert“.

Zugleich unterstreicht die Navy in ihrem Statement an „Politico“ aber auch, dass man „mit diesem Schritt nicht die Vorstellung stütze, dass die Soldaten außerirdischer Raumschiffe gesehen hätten.“ Aber man gestehe ein, „dass es genug merkwürdiger Sichtungen im Luftraum durch glaubwürdiges und hochqualifiziert ausgebildetes Militärpersonal gegeben habe und gebe, anhand derer die Notwendigkeit einer offiziellen Dokumentation und Untersuchung (der Vorfälle) hervorgehe, statt diese einfach nur als irgendwelche ‚spinnerten Phänomene‘ aus dem Bereich der Science-Fiction abzutun.“

Die U.S. Air Force selbst, so Politico  weiter, habe bislang auf entsprechende Anfragen nicht reagiert.

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5G-Strahlung…tödlich?…welche Geschichte führt zu 5G…gehen wir viele, viele Jahre zurück…

http://deutschelobbyinfo.com/2019/04/01/achtung-5g-dr-barrie-trower-zerstoerung-von-mensch-tier-und-natur-durch-5g-strahlung-teil-1/

http://deutschelobbyinfo.com/2019/04/04/dr-barrie-trower-teil-2-mikrowellenstrahlung-kann-wetter-manipulieren-leben-zerstoeren/

http://deutschelobbyinfo.com/2018/01/31/erdbeben-emp-5g-deutsch-und-mehr-schlechte-nachrichten-deborah-tavares/

1: Das Philadelphia Experiment:

Am 12. August des Jahres 1943 wurde in Philadelphia ein „Experiment“ mit den Kriegsschiff U.S.S. Eldridge und deren Besatzung (33 !!!  Männer) durchgeführt, das angeblich dazu dienen sollte das Schiff für feindlichen Radar unsichtbar zu machen. Dazu verwendeten die Ausführenden sehr starke Magnetfelder. Das Ergebnis war, dass das Kriegsschiff nicht nur für den Radar unsichtbar wurde sondern einige Zeit völlig verschwand. Für die Besatzung waren die Auswirkungen katastrophal und führten zu lebenslangen Schäden. Aber das eigentliche Ergebnis war ein gewaltiger Riß in der sogenannten Raum-Zeit-Ebene unseres Universums, was wiederum angeblich das massive Eindringen von Dämonen, sogenannter Außerirdischer, möglich machte und vieles mehr.

Es gibt einen Film über dieses Experiment von „EMI Corporation“, die das Material zum Film, also die ganze Geschichte des Experimentes seit 1890 !!!  in ihren Archiven hatte. Und sie hatten das im Archiv, weil im Jahre 1890 ein Wissenschaftler  namens Preston Nichols als Zeitreisender aus der Zukunft in einem der Firma nahe stehenden Familienkreis dem auch der 15 Jahre junge Aleister Crowley angehörte auftauchte, und alles über das Philadelphia Experiment berichtete.

Ein Foto aus von diesem Zusammensein beweist es. Im Jahre 1989 wurde Preston Nicols gefunden und sah zu der Zeit 10 Jahre jünger aus als auf dem Foto von 1890, was also bedeutet, dass dieser Mann im Jahre 1989 noch nichts wußte von seiner Zeitreise in das Jahr 1890. 1983, also schon bevor dieser Preston Nicols, von dem Aleister Crowley schrieb dass er ein Mann aus der Zukunft gewesen sei, gefunden wurde, verfilmte die EMI Corporation den Stoff.

Daraufhin wurde der Film „Das Philadelphia Experiment“ zur Aufführung in den USA erstmal bis 1988 verboten. Dann aber führte die nun doch anlaufende Aufführung dazu, dass sich einige der Besatzungsmitglieder, die einer Gehirnwäsche unterzogen waren, anhand des Filmes doch wieder erinnern konnten……Die Fortführung dieser „Forschungen“ erfolgte dann geheim und gegen das Verbot des Kongresses auf der Halbinsel Montauk, angeblich als Projekt zur Wettermanipulation. Was sie aber taten waren Gedanken/Bewußtseinskontrolle mit Bestrahlung/Frequenzen und Zeitreisen !! Und hier schließt sich erstmal der Kreis.   

Seit dem Einschleusen dieser Entitäten durch den Raum-Zeit-Riß, ist dann die technologische Entwicklung potential angestiegen. Dieses Wissen, vor allem der versteckten Technologien die uns schaden, stammt nicht aus unserer Dimension, es wurde nur langsam das Tempo der Entwicklung angezogen, damit es nicht bemerkt wird, woher es wirklich stammt. KI (künstliche Intelligenz) wurde entwickelt und das Thema der angeblichen Überbevölkerung der Erde wurde plötzlich propagiert und es ist diesen eingedrungenen Entitäten zuordnen. Die  aufkommenden Technologie hat nur den einen Zweck – eine allumfassendes Kontrollsystem soll installiert werden.

2: Der Zusammenhang zwischen 5G-Projekt und dem Montauk Projekt

Es ist mir klar geworden, dass es sich also bei dem C um die völlige Kontrolle unserer Gedanken handelt. “Internet der Dinge“ ist eine geradezu lächerliche Untertreibung und Ablenkung. Schon in den 70er Jahren war es im Ergebnis der Versuche von Montauk möglich Gedanken zu erschaffen und beliebigen Menschen einzupflanzen, ganz nach Wunsch. Im Irakkrieg wurde das bereits angewendet (damals wurde mittels Hubschraubern das entsprechende Gebiet, wo sich irakische Soldaten befanden bestrahlt).

Es wird eine Kombination aus Mikrowellen- und schwacher Radarstrahlung als Trägermedium notwendig.

Wenn diese Möglichkeit jetzt allumfassend überall aufgebaut werden soll, kann das nur das eben erwähnte bedeuten.  Das wäre das Ende der WELT wie wir sie kennen.

Heil Dir und kameradschaftliche Grüße Comocladia

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Der Halo-Drive: So könnten Außerirdische zur Erde gelangen – und wir zu ihnen

New York (USA) – Die Vorstellung von die Erde besuchenden Außerirdischen wird von den meisten Kritikern mit dem Verweis auf die vermeintlich unüberbrückbaren gewaltigen Distanzen belächelt. Doch schon heute beschäftigen sich auch irdische Wissenschaftler mit Konzepten, wie auch ganze Raumschiffe samt Besatzung von Planetensystem zu Planetensystem reisen könnten. Eines dieser Konzept wurde nun in einem Fachartikel beschrieben und zeigt, wie Schwarze Löcher sozusagen als Schwungmasse zur Beschleunigung eines Raumschiffs genutzt werden können.

Wie der Astronom Prof. David Kipping vom Cool Worlds Labor an der Columbia University vorab erläutert, könnten zukünftig Raumschiffe seinen sogenannten „Halo-Drive“ nutzen, um mittels der Schwerkraft eines Schwarzen Lochs bislang unvorstellbare Geschwindigkeiten zur interstellaren Raumfahrt zu erreichen.

Bislang scheitern Konzepte zur interstellaren Raumfahrt an zwei Faktoren: Zeit und Energie. Lediglich kleinste Miniatursonden könnten, angetrieben von erdgestützten Hochleistungslasern und hauchdünnen Lichtsegeln auf eine Reisegeschwindigkeit etwa 20 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden – bräuchten dann aber immer noch etwa 20 Jahre, um das mit 4,37 Lichtjahren Entfernung uns nächstgelegene Sternen- und Planetensystem Alpha Centauri zu erreichen und dieses – so die Sonden die riskante Reise überstehen – im Vorbeiflug zu erkunden

Mit bisherigen Konzepten ist ein relativistischer Antrieb, also ein Antrieb für die Reise mit einem ausreichenden Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit nur unter Aufwendung hoher Ressourcen (Kosten, Treibstoff, Energie) und nicht nur massereiche Raumschiffe vorstellbar.

Kippping selbst geht deshalb einen anderen Weg und schlägt eine modifizierte Version eines als „Dyson-Slingshot“ bekannten Manövers vor, das einem Raumschiff dadurch Schwung verschafft, in dem es mittels Schwerkraftumlenkung die Gravitation zweier sich eng umkreisender Neutronensterne ausnutzt.

Hierbei würde ein solches Raumschiff das Zweifache der Rotationsgeschwindigkeit des binären Sternenpaares aufnehmen, bevor es selbst mit enormer Geschwindigkeit aus dem System regelrecht herauskatapultiert wird.

Derartige Swing-by-Manöver nutzen irdische Raumsonden schon seit 1959 im kleineren Maßstab, in dem sie die Schwerkraft und Bewegung von Himmelskörpern unseres Sonnensystems zur Navigation aber auch zur Geschwindigkeitsaufnahme nutzen. Da sich Planeten selbst jedoch nur vergleichsweise langsam bewegen (um sich selbst und ihren Stern rotieren), kann ein Raumschiff auf diese Weise nur um das maximal Zweifache der Bewegungsgeschwindigkeit des so genutzten Planeten beschleunigt werden – nicht genug also, um eine relativistische Reisegeschwindigkeit zu erreichen und damit nutzlos für interstellare Reisen.

Hintergrund
Der Visionär Freeman Dyson (s. Abb. l.) selbst erklärte, warum die Erforschung eines solchen Antriebsprinzips nicht nur zum Nutzen eigener zukünftiger Antriebe sein könnte:

„Sollte sich unsere Spezies sowohl was die Bevölkerungsanzahl als auch die Technologie betrifft weiter derart schnell entwickeln, so könnte die Zeit kommen, in der wir uns in einer fernen Zukunft in astronomischen Maßstäben entwickeln können und auch müssen. Zudem sollten wir uns bei der Suche nach außerirdischem Leben und technologisch fortgeschrittener Intelligenz auch die Frage stellen, welche beobachtbaren Phänomene eine solche hochentwickelte Technologie möglicherweise erzeugen könnte.“

Kurz: Selbst wenn wir heute derartige Konzepte noch nicht nutzen können, könnten andere Zivilisationen dazu schon in der Lage sein und dabei entsprechende, von der Erde aus messbare Signaturen (sog. Techno-Signaturen) hinterlassen.

„Das Problem der Nutzung eines binären Neutronensternsystems zur Beschleunigung liegt jedoch darin, dass ein Raumschiff sich direkt auf dieses unvorstellbar schnell rotierende und aufgrund seiner extrem komprimierten Masse die Raum-Zeit krümmende System zubewegen müsste, ohne dabei von diesem angezogen und zerstört zu werden“, erläutert Kipping (s. Video). „Zudem würden hierbei gewaltige Schwerkräfte und Strahlung auf das Raumschiff und seine Besatzung einwirken. Binäre Neutronensterne wären also ein extrem riskanter Mechanismus zur Beschleunigung eines Raumschiffs auf die zur interstellare Reise notwendige relativistische Geschwindigkeiten.“

Basierend auf Dysons Idee eines Schwerkraftmanövers um zwei um umkreisende Neutronensterne, kombiniert Kipping das Konzept mit der Idee des Starshot-Laserantriebs und nimmt Schwarze Löcher – im speziellen auch hier binäre Systeme (also zwei sich mit relativistischer Geschwindigkeit umkreisende Schwarze Löcher) – ins Visier, da deren Beschleunigungswirkung umso stärker wäre.

„Diese Umgebung wäre perfekt für das Dyson-Slingshot-Manöver. Aber auch hier wäre es viel zu gefährlich, sich den beiden Schwarzen Löchern entsprechend dicht anzunähern. Man stelle stattdessen sich ein Raumschiff vor, das mit einem Laser ausgestattet ist. Nun studiert man die beiden Schwarzen Löcher und feuert im richtigen Moment diesen Laser direkt auf eines der Schwarzen Löcher ab.

Computersimulation der von zwei sich umkreisenden Schwarzen Löchern ausgelösten Gravitationswellen in der Raum-Zeit (Illu.)Copyright: LIGO

Computersimulation der von zwei sich umkreisenden Schwarzen Löchern ausgelösten Gravitationswellen in der Raum-Zeit

Kipping stützt seine Ausführungen dabei auf die jüngsten Beobachtungen mehrerer Messungen von Gravitationswellen, die das Ergebnis des Zusammenstoßes zweier Schwarzer Löcher waren. Neuere Schätzungen auf der Grundlage dieser Beobachtungen gehen davon aus, dass es alleine in unserer Milchstraße rund 100 Millionen Schwarzer Löcher und rund 10 Millionen derartiger Binärsysteme gibt.

Umkreisen sich zwei Schwarze Löcher, so entsteht eine nahezu unvorstellbar hohe Rotationsenergie. Zudem können zwei derart sich umkreisende Schwarze Löcher laut Kipping als eine Art gegenseitige Gravitations-Spiegel wirken, wenn sich Photonen (Lichtteilchen) an der Grenze zum Ereignishorizont nicht in diesen hineinstürzen, sondern umkehren und direkt auf ihre Quelle zurückreisen: „Ein binäres Schwarzes Licht gleicht also einer Anordnung zweier gewaltiger Spiegel, die sich gegenseitig mit hoher Geschwindigkeit umkreisen.“

Kippings „Halo-Antrieb“ nutzt diesen Umstand, in dem er die von diesem „Spiegel“ zurückgelenkten Photonen (des Bordlasers) nutzt, wenn sich einer dieser „Spiegel“ direkt auf das angenommene Raumschiff ausrichtet bzw. auf das Raumschiff zubewegt. Auf diese Weise wird der sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegende Laser derart um das Schwarze Loch gelenkt, sodass er wieder direkt zurück zu seiner Quelle – also dem Raumschiff – zurückgeführt wird und das Raumschiff so von den Photonen regelrecht weggeschoben wird. Hinzu stielt dieses Manöver dem binären System auch noch (Antriebs-)Energie, die das Raumschiff zusätzlich beschleunigen kann.

„Was hier also passiert, ist folgendes“, erläutert Kipping:

„Zunächst schießt das Raumschiff Photonen in Richtung des Schwarzen Lochs ab; schon dieser Vorgang gibt dem Raumschiff einen Schub in die Entgegengesetzte Richtung. Das lieg daran, dass Licht zwar keine Masse, dafür aber dennoch eine Impulskraft besitzt. Als nächstes rast dieses Licht um das Schwarze Loch herum, welches sich mit extremer Geschwindigkeit auf das Raumschiff zubewegt. Der Laser- also Lichtstrahl hat nun also ein Schwerkraftschubmänover durchgeführt und würde auf diese Weise normalerweise Geschwindigkeit aufnehmen. Doch das Licht kann nicht schneller reisen als die ihm bereits eigene Lichtgeschwindigkeit dies zuläßt. Statt also schneller zu werden und Energie also auf kinetische Weise aufzunehmen (wie ein Raumschiff das tun würde), nimmt unser Laserstrahl Energie in Form von Frequenz auf (Blauverschiebung). Unser Lichtstrahl kehrt also sehr viel energiereicher zum Raumschiff zurück, als er von diesem ursprünglich ausgesandt wurde, da das Schwarze Loch wie der besagte Spiegel wirkt. Das Raumschiff kann diese Energie nun wieder absorbieren und so zusätzlichen Schub aufnehmen. Man ‘licht-segelt‘ also geradezu auf dem selbst ausgesandten Laserstrahl und beschleunigt dabei natürlich zusätzlich. Doch nicht nur das: Auf diese Weise hat das Raumschiff nicht nur alle für den Laser aufgewandte Energie zurückgewonnen, sondern der zurückkommende Laserstrahl ist sogar noch energiereicher als zuvor. Somit könnte der Energievorrat des Raumschiffs kostenfrei aufgeladen werden. Durch den Lichthalo um das Schwarze Loch (daher die Bezeichnung dieses Antriebs als ‚Halo-Drive‘) könnte das Raumschiff zudem immer mehr und mehr beschleunigt werden, bis dessen Geschwindigkeit der des genutzten Schwarzen Lochs entspricht. Ab diesem Moment kommt der Laser dann zwar nicht mehr zum Raumschiff zurück. Am Ende kann die gewonnene Energie sowohl zum Aufladen der Energievorräte als auch zum Antrieb genutzt werden, wodurch man wieder genauso viel Energie zur Verfügung hat wie zuvor, während sich das Raumschiff um bis zu 33 Prozent schneller als das Schwarze Loch – also mit relativistischer Geschwindigkeit – bewegen würde. Und das alles kostenfrei und ohne Treibstoff aufzubrauchen. (…) Auf die gleiche Art und Weise – nur eben genau umgekehrt – ließe sich ein Raumschiff natürlich auch wieder verlangsamen und abbremsen – vorausgesetzt am anvisierten Ziel gibt es ein nutzbares Schwarzes Loch.“

Die gewaltige Anzahl Schwarzer Löcher in der Milchstraße könnte zudem als eine Art Netzwerk für relativistische Raumfahrt genutzt werden. Auch könne das Manöver aus vergleichsweise sicherer Entfernung zum Schwarzen Loch durchgeführt werden und ermögliche die Beschleunigung nahezu jeder Raumschiffmasse, die kleiner als das Schwarze Loch selbst ist.

Zudem basiert die Idee nicht nur auf bloßer Theorie, denn schon heute könne das Ergebnis dieser „Schwerkraftschleudern“ anhand von Sternen beobachtet werden, die in Folge der Verschmelzung Schwarzer Löcher aus ihren Galaxien mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Zehntel bis zu einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit herauskatapultiert wurden.

Zum Thema

Natürlich muss aber auch Kipping eingestehen, dass sein Konzept derzeit noch an einigen Faktoren scheitert – zumindest für die irdische Raumfahrt: Unabhängig von der gewaltigen Aufgabe der Konstruktion eines Raumschiffes, das einen solchen Effekt nutzen könnte, müssten die Manöver dieses Raumschiffes auch extrem präzise durch- und ausgeführt werden, damit das Raumschiff selbst nicht von den Kräften der Schwarzen Löcher auseinandergerissen wird. Schlussendlich stellt sich zudem die Frage, wie ein geeignetes Schwarzes Loch oder Binärsystem zunächst einmal erreicht werden könnte.

„Wie wir zunächst zu einem derart nutzbaren Schwarzen Loch gelangen, ist natürlich das Hauptproblem. Ich stelle mir das aber eher wir ein interstellares Autobahnsystem vor: Zunächst muss man zwar einmal für den Weg zur Autobahn bezahlen, kann dann aber die Galaxie durchreisen, so viel man will ohne nachtanken zu müssen.“ In einem nächsten Fachartikel will Kipping seine Vision darlegen, wie das nächste für diesen Zweck nutzbare Schwarze Loch bzw. Binärsystem erreicht werden kann.

Bis zu dieser zukünftigen Umsetzung dürfte das Konzept zunächst hauptsächlich für die Diskussion um außerirdische Besuche im Sonnensystem – und auf der Erde – und zur Suche nach den Signalen und Beweisen für außerirdische Intelligenzen (SETI) und deren potentiellen Techno-Signaturen interessant sein: „Jedes der geschätzt 10 Millionen Binärsysteme zweier Schwarzer Löcher ist ein potentieller Raumschiff-Beschleuniger. Durchaus vorstellbar, dass eine ferne fortgeschrittene Zivilisation dieses Prinzip bereits als besagtes interstellares Autobahnnetzwerk nutzt“, so Kipping abschließend.

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ERT-Scans zeigen nun doch „Anomalien“ in der Nähe des Grabes von Tutanchamun

Blick auf die Eingänge zu den Gräbern des Tutanchamun und Ramses V., Ramses VI. und Amenmesse) im Tal der Könige.Copyright: Alberto-g-rovi (via WikimediaCommons), CC BY-SA 3.0

Luxor (Ägypten) – Vor knapp einem Jahr erklärten Ingenieure und Archäologen, dass trotz vorheriger Vermutungen hinter den Wänden der Grabkammer der Tutanchamun doch keine weiteren Räume verborgen seien . Das gleiche Forscherteam berichtet nun jedoch von der Entdeckung zweier geophysikalischer Anomalien ganz in der Nähe des legendenumwobenen Grabes, die nun vorigen Hoffnungen – hier etwa das Grab der Nofretete finden zu können – wieder aufleben lassen.

Wie das Team um Professor Francesco Porcelli und Federico Fischanger von der Polytechnischen Universität Turin bereits im vergangenen Juli online und aktuell in der Printausgabe des „Journal of Cultural Heritage“ (DOI: 10.1016/j.culher.2018.07.011) berichten, befinden sich die beiden mittels Geoelektrik-Scans „Electrical Resistivity Tomography“ (ERT) entdeckten „Anomalien“ zwar nur wenige Meter vom Tutanchamun-Grab mit der Bezeichnung „KV62“ entfernt – dass und ob es jedoch einen direkten Bezug zwischen den Anomalien und der Grabkammer des Kindpharaos gibt, bezweifeln die Forscher derzeit noch.

Hintergrund

Schematische Skizze der bislang bekannten Grabkammern des Tutanchamun (blau) vor dem Hintergrund der reich verzierten Nordwand, hinter der einige Archäologen unentdeckte und immer noch unentdeckte weitere Kammern vermuten (rosa). Copyright: Komp.: grenzwissenschaft-aktuell.de / verw. Materialien: gemeinfrei (Wand); GregorDS (via WikimendiaCommons), CC BY-SA 3.0

Schematische Skizze der bislang bekannten Grabkammern des Tutanchamun (blau) vor dem Hintergrund der reich verzierten Nordwand, hinter der einige Archäologen unentdeckte und immer noch unentdeckte weitere Kammern vermuten (rosa).
Bodenradarscans die reich verzierten Nord- und Westwände im Innern der Grabkammer durchleuchtet, nachdem hier der Ägyptologe Nicolas Reeves von der University of Arizona im Verputz Hinweise auf dahinter verborgene Gänge und Hohlräume, vielleicht sogar weitere Kammern erkannt haben wollte. Reeves spekulierte sodann, es könne sich um das Grab der Nofretete handeln. . Danach schien eine Reihe von Scans die Vermutung tatsächlich zu bestätigen  Im Mai 2018 dann die für viele enttäuschende Nachricht darüber, dass die Bodenradarscans keine weiteren Kammern hinter den Wänden des Tutanchamun-Grabes bestätigen konnten .

 

„Angesichts der sog.‘Anomanlie #2‘ sind wir derzeit wirklich sehr vorsichtig. Da es trotz gegenteiliger Behauptungen sehr unwahrscheinlich ist, dass in diesem Bereich nicht schon zuvor gegraben wurde. Hier könnte es sich also sehr gut um eine neuzeitliche Aufschüttung einer erfolglosen früheren Grabung handeln.

Hingegen befindet sich die als ‚Anomalie #1‘ bezeichnete Entdeckung in einem Gebiet, das zuvor ziemlich sicher noch nicht begraben und untersucht wurde. Diese Anomalie ist also offenbar nicht das Ergebnis archäologischer Eingriffe.

Anomalie #1 befindet sich einige Meter unter der Oberfläche des Hügels, etwa 12 Meter von der Nordwand der Grabkammer des Tutanchamun entfernt. Allerdings haben wir bislang weder mittels Bodenradar (GPR) aus dem Innern des Grabes noch mittels der jüngsten ERT-Scans eine direkte Verbindung – etwa einen Gang, der die Anomalie #1 mit dem Tutanchamun-Grab verbindet – finden können. Doch es ist gerade dieser Umstand, der die Natur und Herkunft dieser Anomalie derzeit auch noch rätselhaft macht. Allerdings können wir derzeit auch eine geologische Ursache für diese Anomalie noch nicht ausschließen.“

West-Ost-Schnitt der ERT-Scanergebnisse durch den Hügel mit der Grabkammer des Tutanchamun (KV62) und Ramses V. und VI.  (KV9).Copyright: F. Fischanger, Porcelli et al., Journal of Cultural Heritage«, Vol. 36/2019 (Nutzung durch grenzwissenschaft-aktuell.de mit freundlicher Genehmigung der Autoren)

West-Ost-Schnitt der ERT-Scanergebnisse durch den Hügel mit der Grabkammer des Tutanchamun (KV62) und Ramses V. und VI.  (KV9).

Was die „Anomalien“ hervorruft sei derzeit schwer zu sagen, schließlich können sie durch locker geschichtetes Geröll, mit dem einst eine aufgegebene Struktur wieder verfüllt wurde, aber auch von ausgeführten Kammern hervorgerufen werden. Da die zweite Anomalie in einem Bereich liege, in dem schon zuvor möglicherweise von Archäologen gegraben wurde, könne hier eine neuzeitliche Aufschüttung nicht ausgeschlossen werden. Ähnliches schließen die Forscher jedoch angesichts von „Anomalie 1“ jedoch aus, weshalb zumindest diese durchaus aus altägyptischer Zeit stammen und es sich vielleicht sogar um ein bislang noch unbekanntes Grab handeln könnte.

An einen direkten Bezug zum Grab des Tutanchamuns glauben Porcellis und Kollegen derzeit nicht. Weitere ERT-Scans sollen folgen, um die Daten mit den früheren Bodenradar-Aufnahmen der benachbarten Gräber (Tutanchamun und Ramses V/VI, KV9) noch besser abgleichen zu können.

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Punktförmige Flares am Nachthimmel: Menschgemacht oder außerirdische Artefakte?

Punktförmiger Flare am Nachthimmel über Hessdalen, aufgenommen von zwei Kamerapositionen am 12.09.2018 um 23:42 Uhr Ortszeit. Der Autor vermutet, dass hier ein nicht registrierter Satellit leuchtet.Copyright: Bernd Pröschold

Köln (Deutschland) – In einem Fachartikel beschreibt der US-Astrophysiker Brian Lacki jüngst einen neuen Ansatz zur Suche nach außerirdischen Intelligenzen bzw. deren Artefakten und Hinterlassenschaften in unserem Sonnensystem anhand möglicher Reflektionen des Sonnenlichtes auf entsprechenden Oberflächen. Der Astrofotograf Bernd Pröschold ist selbst Mitglied im Forschungsnetzwerk Extraterrestrische Intelligenz und hat exklusiv für Grenzwissenschaft-Aktuell.de nicht nur den neuen Ansatz kommentiert, sondern diskutiert auch schon heute beobachtbare „Lichtblitze“ am Nachthimmel, die nicht eindeutig zugeordnet werden können.

– Bei dem folgenden Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Bernd Pröschold.

In einem jüngst via ArXiv.org veröffentlichten Artikel schlägt der Astrophysiker Brian Lacki vor, im Sonnensystem nach Lichtreflexen extraterrestrischer Artefakte Ausschau zu halten. Diese Suchstrategie erscheint im wahrsten Sinne des Wortes einleuchtend, denn direkt reflektiertes Sonnenlicht ist um viele Zehnerpotenzen heller als ein auf gewöhnliche Weise von der Sonne illuminierter Himmelskörper. Artefakte, die über spiegelnde Flächen verfügen, könnten sich daher auch aus großer Entfernung entdecken lassen.

Ein sog. Iridium-Flare.Copyright/Quelle: W. Young (TMO, JPL, NASA)

Ein sog. Iridium-Flare. Copyright/Quelle: W. Young (TMO, JPL, NASA)

Von der Helligkeit des Lichtes, welches von künstlichen Himmelskörpern reflektiert wird, kann sich jeder selbst überzeugen, indem er fernab der lichtverschmutzten Städte den Sternenhimmel beobachtet. Wer genau hinschaut, wird bereits mit bloßem Auge den ein oder anderen Lichtpunkt entdecken, der sich langsam über den Himmel bewegt und nach einer Weile wieder in der Dunkelheit verschwindet. Besonders viele dieser Lichtpunkte lassen sich kurz nach Ende der Abenddämmerung und kurz vor Beginn der Morgendämmerung beobachten, wenn weite Teile des Erdorbits im Sonnenlicht liegen. Zu einer gewissen Bekanntheit haben es die sog. Flares der Iridium-Kommunikations-Satelliten (sog. Iridium-Flares) gebracht, die für einige Sekunden wesentlich heller als die Venus leuchten und für einen spektakulären Anblick sorgen können.

Die leuchtenden Punkte am Nachthimmel nehmen kontinuierlich zu, denn die Anzahl der Satelliten im Erdorbit nähert sich langsam der 2000er-Marke. Rechnet man die zahlreichen Weltraumschrottteile hinzu, die die Erde umkreisen, muss man – je nach Definition – von bis zu 20.000 Teilen in Erdnähe ausgehen, die potenziell Sonnenlicht reflektieren und am Nachthimmel sichtbar werden können. Der Weltraumschrott hat sich vervielfacht, seitdem die Volksrepublik China ihren ausgedienten Wettersatelliten Fengyun-1C mit einer Mittelstreckenrakete in tausende Trümmerteile zerlegt hat. Je nachdem, wie ein solches Trümmerteil geformt ist und wie es rotiert, kann es für Bruchteile einer Sekunde zu einer perfekten Spiegelfläche werden, die Sonnenlicht zu einem bestimmten Punkt auf der Erdoberfläche lenkt.

Bei der Identifikation von Satellitenflares helfen Programme wie „Heavensat“ oder „Stellarium“, die auf Satellitendatenbanken zugreifen und die Position von Satelliten am Nachthimmel für jeden beliebigen Ort und zu jeder beliebigen Uhrzeit anzeigen. In den Datenbanken sind auch zahlreiche Trümmerteile des chinesischen Wettersatelliten erfasst. Für die Suche nach extraterrestrischen Artefakten stellen die zahlreichen menschgemachten Satelliten- und Trümmerteile dennoch ein nicht zu unterschätzendes Problem dar, denn einige Flares am Nachthimmel lassen sich mit den öffentlich zugänglichen Datenbanken überhaupt nicht identifizieren. Der Autor dieses Artikels beobachtet und fotografiert bereits seit über 10 Jahren regelmäßig punktförmige Flares am Nachthimmel, die für einen Bruchteil einer Sekunde aufleuchten und deren Ursache mit öffentlich zugänglichen Satellitendatenbanken nicht ermittelt werden kann.

Vom gleichen Autor
 Foreneinträgen im Satellitenbeobachterforum Satobs.org zu Folge reicht das Phänomen bis in die 90er Jahre zurück, allerdings scheint völlig unklar, von welchen Satelliten- oder Trümmerteilen es verursacht wird. Als Arbeitshypothese bietet es sich an, von Militärsatelliten auszugehen, die in den öffentlich zugänglichen Datenbanken nicht erfasst werden. Für die wissenschaftliche Untersuchung des Nachthimmels sind geheim gehaltene Himmelskörper äußerst problematisch: Kein Wissenschaftler kann sagen, was dort eigentlich am Himmel leuchtet, möglicherweise noch nicht einmal die Betreiber der Satelliten.

Der aktuelle Artikel von Brian Lacki listet gleich mehrere Fälle auf, in denen Lichtphänomene bei Astronomen für Irritationen sorgten und das Aufleuchten von Erdsatelliten im Sonnenlicht als mögliche Ursache gilt. Um derartige Verwechslungen auszuschließen, schlägt Lacki vor, außerhalb des Erdorbits nach Lichtreflexen außerirdischer Artefakte zu suchen. Im interplanetaren Raum gibt es nämlich nur sehr wenige menschgemachte Satelliten, die als Verursacher von Flares in Betracht kommen. So plausibel diese Suchstrategie auch erscheinen mag: Sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns mit den Lichtreflexen in unserem eigenen Erdorbit nicht mehr auskennen.

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Astrobiologen präsentieren Indizien für aktuelles Leben auf dem Mars

Aufnahme eines künstlichen Bohrlochs, aufgenommen der linken PanCam des NASA-Mars-Rovers „Opportunity“ vom 88. Missionstag (Sol 88). Laut einem aktuellen Artikel stimmt eine Mehrheit hinzugezogener Pilz- und Flechtenexperten, sowie Geomorphologen und Mineralogen darin überein, dass es sich bei diesen 2-6 Millimeter großen, kugelförmigen Strukturen um Flechten handeln könnte. In den Strukturen wollen einige Wissenschaftler Fruchtkörper auf Stängeln und Stielen erkennen. Copyright/Quelle: NASA / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

San José (USA) – Ein Team internationaler Astrobiologen hat einen ausführlichen Fachartikel veröffentlicht, in dem sie anhand früherer Studien und Originalaufnahmen der NASA-Mars-Rover Indizien für aktuelles Leben in Form von Pilzen und Flechten auf dem Mars vorlegen. Doch die Ergebnisse sind noch immer nicht eindeutig, weswegen auch die Autoren selbst unterstreichen, dass die dargelegten und diskutierten Indizien und Hinweise noch kein endgültiger Beweis für Leben auf dem Mars darstellen. Einen ergebnisoffenen und zugleich kritischen Blick sind die dargelegten Beispiele potentieller Kleinorganismen auf dem Mars hingegen auf jeden Fall wert.

Wie das Team aus Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen um Dr. R. Gabriel Joseph von „Astrobiological Associates“ aktuell in einer expertenbegutachteten (Peer review) Monografie mit dem Titel „Evidence of Life on Mars?“ (Beweise für Leben auf dem Mars?) im „Journal of Astrobiology and Space Science Reviews“ erläutern, handelt es sich bei ihrer Arbeit um eine Auswertung von fast 200 früheren Fachartikeln und wissenschaftlichen Studien.

In ihrem Artikel präsentieren die Autoren – Dr. Regina S. Dass vom Molecular Fungal Genetics and Mycotoxicology Laboratory an der School of Life Sciences der indischen Pondicherry University, Dr. Vincenzo Rizzo und N. Cantasano vom italienischen Nationalen Wissenschaftsrat (CNR) und Dr. G. Bianciardi vom Lehrstuhl für medizinische Biotechnologie an der Universià degli Studi die Siena – Originalaufnahmen der NASA-Mars-Rover, die ihrer Ansicht nach Details und Strukturen auf der Marsoberfläche zeigen, die ihre Schlussfolgerungen, dass es auf dem Mars Leben in Form von Pilzen, Flechten zu geben scheint, stützen. Zudem beschreiben sie jahreszeitliche Veränderungen im Methangehalt der Marsatmosphäre, an Stromatolithen erinnernde Sedimente sowie Aufnahmen, die Pilze auf den Außenseiten der Mars-Rover „Opportunity“ und „Curiosity“ zeigen könnten.

Zugleich gestehen die Autoren aber auch ein, dass „Ähnlichkeit in der Morphologie einer Struktur (natürlich) noch kein Beweis für Leben“ sein kann.

„Die vorgelegten Beweise sind derart kontrovers, dass unser Journal den Artikel einer ausführlichen Expertenbegutachtung (peer review) durch sechs unabhängige Wissenschaftler und acht leitende Redakteure (Senior Editors) unterworfen hat“, berichtet das „Journal of Astrobiology and Space Science Reviews“ in einer Pressemitteilung zum Artikel. Demnach haben 3 dieser Begutachter den Artikel abgelehnt, 11 eine Veröffentlichung empfohlen – allerdings erst nach umfassenden Überarbeitungen.

Vergrößerung einer Opportunity-Aufnahme weiterer flechteartiger Strukturen auf dem Mars. Copyright/Quelle: Reproduced by permission: Courtesy of Dragisa Savic (l.) and Stephen und Sylvia Sharnoff (r.). / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

Vergrößerung einer Opportunity-Aufnahme weiterer flechteartiger Strukturen auf dem Mars. Copyright/Quelle: Reproduced by permission: Courtesy of Dragisa Savic (l.) and Stephen und Sylvia Sharnoff (r.). / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

Zum Vergleich: Irdische Flechten (Dibaeis baeomyces) von vergleichbarer Größe (2-6 mm)… Copyright/Quelle: Reproduced by permission: Courtesy of Dragisa Savic (l.) and Stephen und Sylvia Sharnoff (r.). / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

Zum Vergleich: Irdische Flechten (Dibaeis baeomyces) von vergleichbarer Größe (2-6 mm)… Copyright/Quelle: Reproduced by permission: Courtesy of Dragisa Savic (l.) and Stephen und Sylvia Sharnoff (r.). / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

…und Hematit-Konkretionen verschiedener Größen (Kieselstein- bis Golfballgröße) aus einem US-Nationalpark in Utah. Copyright/Quelle: Reproduced with permission, courtesy of Fantasia Mining and Ashley Rouech / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

…und Hematit-Konkretionen verschiedener Größen (Kieselstein- bis Golfballgröße) aus einem US-Nationalpark in Utah. Copyright/Quelle: Reproduced with permission, courtesy of Fantasia Mining and Ashley Rouech / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

Die eigene Position bezüglich des Artikels formuliert das Journal wie folgt: „Indizien sind noch keine Beweise für Leben auf dem Mars und abiogene Erklärungen für diese Indizien können derzeit noch nicht ausgeschlossen werden.“

In diesen Strukturen, aufgenommen am 257. Missionstag (Sol) durch den NASA-Mars-Rover „Opportunity“ wollen die Autoren eine Marsvariante irdischer Ständerpilze (Basidiomycota) erkennen, die sowohl bereits Sporen als auch Teile ihrer Außenhaut verloren haben. Copyright/Quelle: NASA / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

In diesen Strukturen, aufgenommen am 257. Missionstag (Sol) durch den NASA-Mars-Rover „Opportunity“ wollen die Autoren eine Marsvariante irdischer Ständerpilze (Basidiomycota) erkennen, die sowohl bereits Sporen als auch Teile ihrer Außenhaut verloren haben. Copyright/Quelle: NASA / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

Die Autoren hingegen unterstreichen, dass „bislang keine geologischen oder andere abiogenen Kräfte auf der Erde bekannt sind, die Sedimentstrukturen derart zu hunderten erzeugen können, die pilzförmige Formen wie Fruchtkörper, Stiele und Stängel aufweisen und zudem Strukturen um sich herum aufweisen, die an irdische Sporen erinnern“, so Dr. Regina Dass.

Tatsächlich habe die NASA selbst 15 Beispiele von innerhalb nur dreier Mars-Tage aus dem Boden wachsenden (pilzförmigen) Strukturen fotografiert, so die Mikrobiologin weiter.

Von besonderem Interesse ist der Vergleich dieser beiden Opportunity-Aufnahmen des gleichen Bodenausschnitts zunächst am Missionstag (Sol) 1145 (l.) und dann erneut drei Tage später (Sol 1148; r.): Zeigen diese Aufnahmen sozusagen vor der Kameralinse innerhalb von drei Tagen gewachsene Pilze oder Flechten? Die mit roten Kreisen und den Ziffern 1-6 markierten „Kugeln“ sind bereits auf der ersten Aufnahme (Sol 1145) zu sehen, scheinen aber bis zur zweiten Aufnahme (Sol 1148) selbst etwas ausgedehnt und leicht verändert. Hinzu sind auf der Aufnahme vom dritten Tag zuvor nicht sichtbare „Kugeln“ bzw. Teilstücke davon zu sehen, die nun aus dem Boden herausragen. Handelt es sich hierbei um aus dem Boden gewachsene biologische Strukturen oder hat hier nur der Wind zuvor noch verdeckte Kugelstrukturen freigeweht? Copyright/Quelle: NASA / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

Von besonderem Interesse ist der Vergleich dieser beiden Opportunity-Aufnahmen des gleichen Bodenausschnitts zunächst am Missionstag (Sol) 1145 (l.) und dann erneut drei Tage später (Sol 1148; r.): Zeigen diese Aufnahmen sozusagen vor der Kameralinse innerhalb von drei Tagen gewachsene Pilze oder Flechten? Die mit roten Kreisen und den Ziffern 1-6 markierten „Kugeln“ sind bereits auf der ersten Aufnahme (Sol 1145) zu sehen, scheinen aber bis zur zweiten Aufnahme (Sol 1148) selbst etwas ausgedehnt und leicht verändert. Hinzu sind auf der Aufnahme vom dritten Tag zuvor nicht sichtbare „Kugeln“ bzw. Teilstücke davon zu sehen, die nun aus dem Boden herausragen. Handelt es sich hierbei um aus dem Boden gewachsene biologische Strukturen oder hat hier nur der Wind zuvor noch verdeckte Kugelstrukturen freigeweht? Copyright/Quelle: NASA / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

Doch handelt es sich bei diesen Strukturen tatsächlich um gewachsene Organismen?
„Ganz genau können wir das nicht sagen. Es wäre auch möglich, dass hier Steine im bedeckenden Sand vom Wind freigelegt wurden“, schränkt der Geobiologe Dr. Nicolo Cantasano und Mitautor der Studie ein. „Wind erklärt aber nicht die dunklen Massen schwarzer Pilze, die auf den NASA-Mars-Rovern zu wachsen scheinen und auch nicht die weißen Pilze bzw. Bio-Korrosion, die in abgeschirmten Elementen auf dem Curiosity-Rover zu sehen sind.“

Die linke Aufnahme zeigt das Rover-Detail am Missionstag (Sol) 2718. 95 Mars-Tage später (Sol 2813) zeigt das Foto des selben Elements eine Struktur, die die Autoren der aktuellen Studie als möglichen Bakterien- oder Pilzbewuchs deuten. Copyright/Quelle: NASA/JPL / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

Die linke Aufnahme zeigt das Rover-Detail am Missionstag (Sol) 2718. 95 Mars-Tage später (Sol 2813) zeigt das Foto des selben Elements eine Struktur, die die Autoren der aktuellen Studie als möglichen Bakterien- oder Pilzbewuchs deuten. Copyright/Quelle: NASA/JPL / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

Auch auf Teilen der derzeit noch auf dem Mars aktiven mobilen NASA-Laboreinheit „Curiosity“ sehen die Autoren Hinweise für Bakterien- oder Pilzwuchs nach spätestens 1038 Marstagen. Copyright/Quelle: NASA/JPL / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

Auch auf Teilen der derzeit noch auf dem Mars aktiven mobilen NASA-Laboreinheit „Curiosity“ sehen die Autoren Hinweise für Bakterien- oder Pilzwuchs nach spätestens 1038 Marstagen. Copyright/Quelle: NASA/JPL / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

Die noch am Mars-Tag (Sol) 51 der Mission des NASA-Marsrovers „Curiosity“ noch nicht, dann jedoch spätestens auf Aufnahmen vom 1089. Mars-Tag sichtbaren „Verschmutzungen“ auf Elementen der mobilen Laboreinheit (u.) deuten die Autoren als mögliche Spuren von Bio-Korrosion, nennen zugleich jedoch auch eine chemische Verunreinigung oder Sand und Salze als mögliche non-biologische Erklärungen. Copyright/Quelle: NASA/JPL / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

Die noch am Mars-Tag (Sol) 51 der Mission des NASA-Marsrovers „Curiosity“ noch nicht, dann jedoch spätestens auf Aufnahmen vom 1089. Mars-Tag sichtbaren „Verschmutzungen“ auf Elementen der mobilen Laboreinheit (u.) deuten die Autoren als mögliche Spuren von Bio-Korrosion, nennen zugleich jedoch auch eine chemische Verunreinigung oder Sand und Salze als mögliche non-biologische Erklärungen. Copyright/Quelle: NASA/JPL / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

Auch der Biologe Dr. Vincenzo Rizzo ist Mitautor der Studie und arbeitet ebenfalls unter der Schirmherrschaft des italienischen Nationalen Wissenschaftsrates (CNR). Er verweist auf die jahreszeitlichen Schwankungen im Methangehalt in der Marsatmosphäre als weiteren Beleg für aktives Leben auf dem Mars: „In unserem Artikel erläutern wir, dass 90 Prozent allen irdischen Methans biologischen Ursprungs ist und ebenfalls jahreszeitlich bedingte Schwankungen in der Erdatmosphäre direkt mit den Wachstums- und Lebenszyklen von Pflanzen korrelieren. Die zyklischen Schwankungen des Mars-Methans spiegeln ebenfalls aktive Biologie wieder, wie sie auch auf einigen der von uns diskutierten NASA-Fotos vom Mars zu sehen sein könnte.“

Im Gegensatz zu den Autoren des Artikels, sehen NASA-Wissenschaftler in den von ihnen als „Blueberries“ (Blaubeeren) bezeichneten Miniatur-Sphärulen im Marsboden keine Pilze, sondern kugelförmige, bläuliche Einschlüsse aus Hematit.

Hintergrund
Die merkwürdigen Sphärulen waren einer der ersten direkten Hinweise auf eine einst wärmere, feuchtere und damit potentiell lebensfreundliche Umgebung auf dem Roten Planeten – entstanden ähnliche Einschlüsse auf der Erde doch in einst wässrigen mineralreichen Umgebungen. Nachdem zunächst lediglich rein chemische Vorgänge für die Bildung dieser “Blaubeeren” verantwortlich gemacht wurden, zeigte eine Studie australischer Wissenschaftler im September 2012, dass zumindest bei der Entstehung der irdischen Gegenstücke Mikroben eine wichtige Rolle spielen. Die „Blaubeeren“ auf dem Mars könnten also ebenfalls zumindest auf einstiges mikrobisches Leben hindeuten, berichteten die Forscher.

Hierzu erklären die Autoren des Artikels folgendes: „Es ist nicht so, dass wir der NASA direkt wiedersprechen. Die NASA verfügt über einige der weltweit besten Wissenschaftler und Ingenieure. Dennoch ist auch Hematit ein Produkt biologischer Aktivität“, so Rizzo. „Ebenso wie Stromatolithen (biogene Sedimentgesteine) durch die Aktivität von Cyanobakterien zusammengebacken werden, helfen auch Pilze und Bakterien dabei, irdischen Hematit zu verkitten. Wir können also davon ausgehen, dass dieselben biologischen Prozesse auch bei der Entstehung des Hematit auf dem Mars beteiligt waren.“

Zudem nehme Hematit für gewöhnlich nicht die Form von Flechten an“, fügt Dr. Regina Dass hinzu. „Diese Mars-Strukturen haben pilzartige Formen mit Stielen, Stängeln und gleichmäßige Höhen und weisen Wachstumsmuster auf wie irdische Flechten.“ Mitautor Dr. Giorgio Bianciardi von der Universität Sienna fügt hinzu: „Dr. Rizzo, Dr. Cantasano und ich haben bereits zuvor ausführlich vergleichende statistische Mikroanalysen von Sediementstrukturen auf dem Mars veröffentlicht, die Stromatolithen – also von Cyanobakterien erzeugten Strukturen – gleichen und gezeigt, dass diese nahezu identisch mit ihren irdischen (und eindeutig biogenen) Gegenstücken sind. (…). Rizzo und Cantasano haben bereits 2009 ihre Indizien für Stromatholithen auf dem Mars im ‚International Journal of Astrobiology‘ publiziert, wie sie dann von Dr. J. D. Farmer von der Arizona State University und Dr. Nora Nofke von der Old Dominion University reproduziert und in den Fachjournalen ‘Nature Comunications‘ (…GreWi berichtete) und ‚Astrobiology‘ veröffentlicht und diskutiert wurden.“

Ein Vergleich der Mikroskopaufnahmen von Strukturen auf dem Mars, aufgenommen von „Curiosity“ an dessen 506. Missionstag auf dem Mars (Sol) mit den Details irdischer biogener Stromatolithen aus dem Lagia Slagada in Brasilien (u.) zeigen ebenso offenkundige wie erstaunliche Übereinstimmungen. Copyright/Quelle: NASA/JPL / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40--81, 2019; Joseph et al.

Ein Vergleich der Mikroskopaufnahmen von Strukturen auf dem Mars, aufgenommen von „Curiosity“ an dessen 506. Missionstag auf dem Mars (Sol) mit den Details irdischer biogener Stromatolithen aus dem Lagia Slagada in Brasilien (u.) zeigen ebenso offenkundige wie erstaunliche Übereinstimmungen. Copyright/Quelle: NASA/JPL / Journal of Astrobiology and Space Science Reviews, 1, 40–81, 2019; Joseph et al.

Neben den aktuellen Aufnahmen der NASA-Rover sprechen laut den Autoren auch die Daten der Viking-Mission, deren Lander 1976 die Marsoberfläche untersucht hatten, dafür, dass schon damals biologische Aktivität gefunden wurde, so die Autoren. Allerdings habe die NASA diese Ergebnisse nicht anerkannt und in der Folge lange Zeit keine Nachfolgemissionen zum Mars gesandt.

„Es stimmt aber“, gesteht Dr. Regina Dass ein, „dass wir keinen schlagenden Beweis haben. Wir haben keine Fotos von biologischen Zellen oder Zellstrukturen auf dem Mars. Es gibt also weiterhin noch keinen eindeutigen Beweis – dafür aber eine ganze Reihe an Indizien, die laut ‚Biologie‘ schreien.“

„Der einzige Weg, es genau herauszufinden wäre der, gezielt Proben dieser Strukturen auf dem Mars zu nehmen, und sie zurück zur Erde zu senden“, so Bianciardi und fordert: „Genau das sollte die Priorität der NASA sein.“

Doch wie sollten die von den Autoren beschriebenen Organismen auf dem Mars überleben? Woher sollten sie Wasser beziehen und was ist mit der Strahlung? Auf diese Fragen erläutert Dr. Regina Dass, dass auch irdische Arten, darunter gerade auch Pilze, in stark strahlenbelasteten Umgebungen gedeihen. „Was das Wasser anbetrifft, so müssen wir den Mars als fremde Welt anerkennen und jegliche Form von Marsleben könnte auch seine eigenen und einzigartigen ‚fremden‘ Eigenschaften entwickelt haben, die es ihm erlauben zu überleben.“

Viele Wissenschaftler glauben, dass die frühe Erde die Fähigkeit besaß, aus anorganischen Molekülen organische Moleküle entstehen zu lassen – ein Prozess, der wissenschaftlich als „Abiogenese“ bezeichnet wird. Könnte also nicht auch auf dem Mars die hierfür notwendige organische „Ursuppe“ entstanden sein?

„Die wahrscheinlichste Quelle für Leben auf dem Mars ist unsere Erde“, erklärt Dr. R. Gabriel Joseph: „Mikroben und Pilze könnten wiederholt von der Erde zum Mars transportiert worden sein. Zahlreiche Experimente haben bereits gezeigt, dass Mikroben im Innern von Gestein in Form von Meteoriten eine solche Reise überstehen würden und Mikroorganismen in der oberen Atmosphäre vom Sonnenwind sogar ins All geweht werden könnten. Zudem haben unzählige Mikroben schon die besten und kostenaufwendigsten Bemühungen der NASA um Sterilisation von Mars-Raumschiffen überstanden. Jede irdische Sonde, die auf dem Mars gelandet ist, könnte also auch Mikroben und Pilze mit zum Mars transportiert haben. Zugleich haben bereits viele Experimente gezeigt, dass viele dieser Arten, darunter Pilze und Flechten intensiven Strahlungsumgebungen wiederstehen und auch in simulierten Marsumgebungen gedeihen können. Aus diesem Grund darf auch angenommen werden, dass auf den Mars gelangte irdische Arten auch hier überleben könnten.“ (Anm. GreWi: Tatsächlich hat gerade eine aktuelle Langzeitstudie an Bord der Internationalen Raumstation genau diese Vermutung bestätigt 

Sind die von den Autoren beschriebenen Szenarien aber auch plausibel?

In einem Kommentar an die Herausgeber des „Journal of Astrobiology and Space Science Reviews“ zeigt sich zumindest der an der Studie selbst nicht beteiligte Biologe Prof. Dr. Marten Wikström von der Universität Helsinki angesichts des Artikels fasziniert und bezeichnet die Beobachtungen zunächst als „sehr interessant und Leben auf den frühen oder sogar heutigen Mars nahelegend“, schränkt dann aber ein: „Besonders wichtig – wenn auch zugleich enttäuschend – ist für mich jedoch die gut begründete Idee, wonach dieses Leben sehr leicht auch von der Erde stammen könnte. Wenn das so wäre, so wäre zumindest dieses Marsleben nicht wirklich von weiterführendem Interesse. Bislang fehlt noch die jene Schlüsselinformation, die nur eine DNA-Analyse von Marsproben erbringen könnte.“

Abschließend erklären das herausgebende Journal und die Autoren erneut, dass Ähnlichkeiten in der Morphologie noch keine Beweise seien: „Viele Aspekte der hier dargelegten Beobachtungen können als Indizien bezeichnet werden, die vielleicht noch nicht dem Anspruch an ‚außergewöhnliche Beweise“ gerecht werden, wie sie oft für ‚außergewöhnliche Behauptungen‘ eingefordert werden. Dennoch tendieren die einzelnen, hier vorgelegten Indizien zusammengenommen doch deutlich in Richtung Biologie. Aber wir können derzeit auf dieser Grundlage bestenfalls schlussfolgern, dass die Frage nach Leben auf dem Mars weiterhin unbeantwortet bleibt.“

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