Auf dem Mars ist flüssiges Wasser – und Leben darin – möglich

Leeds (Großbritannien) – Britische Wissenschaftler haben Wasser in Verbindung mit der Zusammensetzung von Marsböden simuliert. Wie sich zeigt, kann Wasser in Form salziger Lake auf der Oberfläche des heutigen Mars in flüssiger Form existieren und verhält sich wie Wasser unter hohem Druck. In diesem stark salzigen Wasser könnte dann sogar Leben existieren, das sich an entsprechende Druckverhältnisse angepasst hat. Ein direkter Nachweis ist das allerdings noch nicht.

Wie die Forscher um Dr. Lorna Dougan von der University of Leeds aktuell im Fachjournal “Nature Communications ” (DOI: 10.1038/s41467-017-01039-9) berichten, haben sie auf der Grundlage der Phoenix-Daten, die 2008/9 Magnesiumperchlorate im Marsboden an der Landestelle der Laboreinheit nachweisen konnte eine entsprechende Wasser-Perchlorat-Lösung erstellt, um diese als “mimetisches (imitiertes) Marswasser” bezeichnete Flüssigkeit daraufhin zu testen, ob sie auf der Marsoberfläche existieren kann.

Schon zuvor vermuteten Wissenschaftler, dass es diese Salze bzw. Perchlorate sind, die salzhaltige Rinnsale ermöglichen könnten, die beobachtete Abflussrinnen auf dem Mars entstehen lassen könnte. “Die Entdeckung unterschiedlicher Mengen unterschiedlicher Perchloratsalze im Marsboden ermöglicht uns neue Einblicke in die Entstehung dieser kleinen ‘Flussbette’ auf dem Mars”, erläutert Dougan.

Auf dem heutigen Mars schwanken die Oberflächentemperaturen von bis zu 20 Grad Celsius Tagestemperaturen am Äquator und bis zu -135 Grad Celsius an den Polen. Bei einer Durchschnittstemperaturen von -55 Grad Celsius kann normales Wasser hier also nicht dauerhaft existieren.

In ihren Experimenten an der ISIS-Anlage und durch Computersimulationen konnten die Forscher die Struktur des simulierten Marswassers analysieren. Dabei zeigte sich, dass die Magnesiumprchloratlösung einen “dramatischen Einfluss” auf die Struktur des Wassers hat: “Der Effekt des Perchlorats entspricht der Wirkung eines Drucks von 2 Milliarden Pascal oder mehr auf gewöhnliches Wasser.” Die Forscher konnten beobachten, dass sich die Ionen im Wasser dabei trennen und vermuten, dass dies dazu führt, dass das Wasser nicht gefriert.

“Für uns ist diese Beobachtung sehr faszinierend und wirft ein neues Licht darauf, wie sich Salze in Wasser lösen”, so Dougan. “Die Magnesiumperchlorate tragen als Hauptfaktor dazu bei, dass der Gefrierpunkt dieser Wasserlösung deutlich herabgesetzt wird und zeigt uns auf, wie flüssiges Wasser auch unter den Niedrigtemperaturbedingungen des Mars existieren kann.”

Zugleich werfe die Entdeckung auch die Frage nach möglichem Leben in solchem Wasser und damit auch auf dem heutigen Mars auf: “Wenn die Struktur solchen Marswassers unter so starkem Druck steht, dann könnten wir darin vielleicht sogar Organismen finden, die sich an diesen hohen Druck angepasst haben – vergleichbar etwa mit sog. piezophilen Organismen (die sich im Laufe der Evolution an hohe Wasserdrücke angepasst haben, wie sie in der Tiefsee herrschen). Vorstellbar wären also Organismen, die mit irdischen Tiefseebakterien oder anderen Organismen vergleichbar wären, die sich an entsprechend hohe Druckverhältnisse angepasst haben.”

Die Entdeckung zeigt, wie wichtig das Studium extremer Lebensräume sowohl auf der Erde als auch auf anderen Himmelskörpern ist, um die natürlichen Grenzen des Leben, auch jenseits der klassischen Vorstellung von Lebensfreundlichkeit richtig zu verstehen und einordnen zu können, so die Forscher abschließend.

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Vampir- und Riesengrab aus der Merowingerzeit bei Theißen

Mit dem Gesicht nach unten und wohlmöglich mit einer Eisenstange durch die Brust fixiert, sollte dieser Leichnam einst offenbar von einer Wiederkehr aus dem Totenreich abgehalten werden.

Theißen (Deutschland) – Im Zuge des Neubaus der Ortsumfahrung der B91 östlich von Theißen bei Zeitz haben Archäologen zahlreiche Gräber aus der Merowingerzeit entdeckt. Darunter befindet sich neben dem Grab eines für die damalige Zeit ungewöhnlich großen Mannes, ein weiteres Skelett, das im Baulage und zudem mit einer Eisenstange, die wohlmöglich einst durch die Brust getrieben worden war, beigesetzt wurde. Hier vermuten die Archäologen, dass es sich um eine Wiedergänger-Niederlegung handelt, durch die die Rückkehr der Toten verhindert werden sollte.

Wie das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt berichtet, werden derzeit auf einer Gesamtfläche von 29.000 Quadratmetern zwischen den Ortschaften Theißen und Nonnewitz sechs Fundstellen ausgegraben.

Erst im vergangenen August konnten die Archäologen von der Entdeckung eines slawischen und bronzezeitlichen Siedlungs- sowie Bestattungsplatzes berichten, auf dem sie schon damals ein Grab eines sogenannten Widergängers – einer Vorform des Vampirs – erkannt haben wollen

Das Grab eines fast zwei Meter großen “Kriegers”.

Laut den Archäologen weisen die neuesten Untersuchungsergebnisse “auf eine vielfältige und kontinuierliche Besiedlungsgeschichte der Region hin. So wurde nun auf der Fundstelle 4 ein Friedhof aus der Merowingerzeit (6. Jh.) aufgedeckt. Er umfasst etwa 15 Gräber, darunter auch mindestens drei Niederlegungen von Pferden. Wie zu dieser Zeit üblich, wurden die Verstorbenen in gestreckter Lage, auf dem Rücken und mit dem Kopf nach Westen liegend, bestattet. Fibeln, Anhänger oder Perlen aus Bronze und Glas liefern Informationen zu Tracht und Bräuchen der Zeit. Den Männerbestattungen wurden häufig Waffen beigelegt.”

Während der Erhaltungszustand der Knochen leider eher schlecht ist, brachten die Untersuchungen dennoch auch einige rätselhafte Befunde ans Tageslicht:

“Besonders ragt die Bestattung eines “Kriegers” hervor. Allein seine Größe von fast zwei Metern unterscheidet ihn von den anderen Verstorbenen. In seinem linken Arm hält er ein eisernes Schwert. An seiner rechten Seite befinden sich die Überreste einer Lanze. Seine Kleidung wurde gegürtet und mit einer Fibel geschlossen.”

Vor besondere Rätsel stellt die Archäologen jedoch ein Skelett, das auf dem Baum und damit mit dem Gesicht nach unten bestattet wurde: “Im Gegensatz zu den restlichen Bestattungen ist dieses Skelett mit dem Kopf nach Osten ausgerichtet. Die Hände sind vor dem Becken positioniert und waren wahrscheinlich gebunden. Hervorzuheben ist eine knapp 50 cm lange “Stange” aus Eisen auf Rücken und Kopf des Bestatteten. Allerdings berührt sie den Schädel nicht, sondern liegt knapp über ihm. Aufgrund der unüblichen Körperlage handelt es sich nicht um eine reguläre Bestattung, könnte aber eine sogenannte Wiedergänger-Niederlegung darstellen.”

Die Vorstellung vom Wiedergänger, ist eine historische Vorform des moderneren Vamipr-Glaubens, in dem die Menschen der damaligen Zeit die Rückkehr mancher Verstorbener als den Lebenden übel gesinnte Untote befürchteten. “Dieser Glaube war im Frühmittelalter vor allem im slawischen Besiedlungsraum verbreitet, sind aber auch dem germanischen Gedankengut nicht fremd”, erläutern die Landesarchäologen.

“Die Bauchlage mit dem Gesicht nach unten sollte verhindern, dass der Tote zu einem Wiedergänger wurde, indem die Seele nicht aus dem Grab entweichen konnte beziehungsweise in die falsche Richtung geleitet wurde. Im Falle der Bestattung von Theißen könnte der eiserne Gegenstand im Bereich des Rückens als eine zusätzliche Vorkehrung gedient haben, um das ‘Wiederkommen’ zu verhindern.” Wenn auch heute nicht mehr nachweisbar, so sei sogar nicht auszuschließen, dass der Verstorbene mit Hilfe des durch die Brust getriebenen Gegenstands in der Erde fixiert wurde, die Eisenstange jedoch später zur Seite fiel.”


Weitere Ansicht des Wiedergängergrabes.

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zweite große Sphinx auf Gizeh lokalisiert

In diesem Hügel (Kreis) vermutet der Ägyptologe Bassam El Shammaa die Reste der einst zweiten Sphinx von Gizeh.

Gizeh (Ägypten) – Aus der Nachbarschaft der Pyramiden von Gizeh ist sie nicht wegzudenken: Die Große Sphinx. Eines ihrer vielen vielleicht weniger bekannten Rätsel ist der Umstand, warum die Statue – im Gegensatz zu nahezu allen anderen Sphinxdarstellungen, die meist paarweise auftreten – offenbar alleine ist. Forscher glauben nun, die Reste der zweiten Sphinx auf dem Gizeh-Plateau gefunden zu haben und das sogar in Blickweite der bekannten Sphinx.

Tatsächlich gibt es historische Quellen, die bereits eine zweite Sphinx erwähnen: Griechen, Römer und Araber. Allerdings sei diese zweiten Riesenstatue bereits spätestens 1.200 zerstört worden.

Offenbar basierend auf der früheren Theorie des Ägyptologen Bassam El Shammaa, der von der einstigen Existenz zweier Sphinxe auf Gizeh überzeugt war, zeigen sich Gerry Cannon und Malcolm Hutton nun sicher in einem unscheinbaren Hügel ganz in der Nähe der Sphinx die Überreste ihres Gegenstücks lokalisiert zu haben.

Tatsächlich zeigen die meisten Darstellungen ein Sphinxen-Paar – eine männliche und eine weibliche Sphinx – nicht zuletzt, da auch ach altägyptischer Vorstellung die Sonne jede Nacht einen unterirdischen Tunnel durchwandert, dessen Eingänge von jeweils einem Sphinxen-Paar bewacht werden. Auch die sogenannte Traumstele, zwischen den Vorderpranken der großen Sphinx in Gizeh, zeigt zwei der mythologischen Wesen.

Hintergrund
Die als “Traumstele” bezeichnete Stele aus Rosengranit wurde von Pharao Thutmosis IV zwischen den Vorderpranken der Sphinx von Gizeh gegen 1400 v. Chr. aufgestellt, nachdem er in einem Traum von Gott Harmachis-Chepre-Re-Atum den Auftrag bekommen haben will, die schon damals teilweise bedeckte Sphinx gänzlich vom Sand zu befreien.


Die sog. Traumstele” zwischen den Pranken der Sphinx von Gizeh.

Schon El Shammaa verwies auf Satellitenaufnahmen, die eine Anomalie im Untergrund ganz in der Nähe der Sphinx aufzeigt und vermutete, dass es die Reste der zweiten Sphinx sein könnten, die von einem Blitzeinschlag zerstört wurde, nachdem sie mit einer metallenen Krone geschmückt worden sein soll. Auch Cannon und Hutton stimmen darin mit dem Ägyptologen überein und vermuten, dass die Reste dieser Sphinx in Form des “Grabhügels” vergraben wurden und schlagen nun ebenfalls vor, darin nach entsprechenden Resten zu suchen.


Heutige ANsicht der Große Sphinx von Gizeh.

Gegenüber der britischen Zeitung “The Express” erklären die beiden Forscher zudem, dass sie die Sphinx bzw. die beiden Sphinxen, für deutlich älter halten als die rund 4.500 Jahre, auf die sie klassische Archäologen derzeit datieren: “Die Sphinx musste gehauen worden sein als es auf Gizeh noch keinen Sand gab. Man kann kein Gestein bearbeiten, dass von Sand bedeckt ist.” Die Forscher erklären, dass Gizeh zuletzt vor rund 12.000 Jahren sandfrei war. “Doch damals gab es die altägyptische Hochkultur noch nicht.”

Damit stützen Hutton und Cannon die Theorie, mit der unter anderem Robert Schoch und Graham Hancock die Entstehungszeit der Sphinx anhand von Wassererosionsspuren am Sockel ebenfalls auf deutlich höhere Alter datieren.

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Studie: Der Mond hatte einst eine dichte Atmosphäre

Huntsville (USA) – Galt unser Mond noch bis vor wenigen Jahren als schon von jeher staubtrockene Ödnis, so hat sich das Bild des Erdtrabanten innerhalb weniger Jahre massiv gewandelt. Eis in immerdunklen Mondkratern gefrorenes und im Mondboden gebundenes Wasser von der Menge ganzer Ozeane gilt mittlerweile als erwiesen, sowie ein einstiges Magnetfeld gelten mittlerweile als nachgewiesen. Jetzt zeigt eine aktuelle Studie von NASA-Wissenschaftlern, dass der Mond früher sogar eine mehrere Millionen Jahre währende dichte Atmosphäre besaß.

Wie Dr. Debra H. Needham vom Marshall Space Flight Center der NASA und Dr. David A. Kring von der Universities Space Research Association (USRA) und des Lunar and Planetary Institute (LPI) aktuell im Fachjournal “Earth and Planetary Science Letters” (DOI: 10.1016/j.epsl.2017.09.002) berichten verfügte der frühe Mond über eine Atmosphäre, die vor drei bis vier Milliarden Jahren durch intensive vulkanischen Eruptionen erzeugt wurde, die Gase schneller ausstießen, als dass diese ins All entweichen konnten.

Noch heute sind der vulkanische Basalt, der die großen Einschlagsbecken anfüllte deutlich als dunkle Flächen auf der Mondoberfläche in Form der ausgedehnten, sogenannten Mare zu erkennen. Eine Analyse von Gesteinsproben aus diesen lunaren Tiefebenen, wie sie während der Apollo-Missionen gesammelt werden konnten zeigt, dass die einstige Magma Gase wie Kohlenmonoxid, Wasser, Schwefel und andere flüchtige Stoffe beinhaltete.

Needham, Kring und Kollegen haben nun die Menge der damals aus der Mondlava ausströmenden Gase errechnet, als diese über die junge Mondoberfläche floss und dabei ermittelt, dass sich diese in einer, wenn auch vergänglichen, Atmosphäre bilden konnte.

Demnach war diese Mondatmosphäre am dichtesten, als auch die vulkanische Aktivität des Mondes vor rund 3,5 Milliarden Jahren ihren Höhepunkt erreicht hatte. Zu dieser Zeit war der Mond unserer Erde noch deutlich näher und erschien drei mal größer am Nachthimmel als heute. Die Atmosphäre, so schlussfolgern die Wissenschaftler weiter könnte damals ganze 70 Millionen Jahre gehalten haben, bevor sie wieder ins All verloren ging.

Die beiden größten Eingaben in die Mondatmosphäre stellten laut der Studie jene Ausbrüche dar, die vor rund 3,8 und 3,5 Milliarden Jahren die Ebenen Serenitatis und Imbrium füllten, wie sie von den Astronauten der Apollo-Missionen 15 und 17 untersucht und beprobt werden konnten.


Karte der basaltischen, einst Gase emittierenden Lava auf der erdzugewandten Seite des Mondes.

“Die Menge an H2O, die während der Befüllung der Mare freigesetzt wurde, entsprach dem Zweifachen der Wassermenge des Lake Tahoe (150,7 Kubikkilometer x 2). Obwohl ein Vielfaches dieses Wasserdampfs unmittelbar ins All verloren ging, könnte ein großer Anteil davon seinen Weg zu den Mondpolen gefunden und hier die heute noch vorhandenen Wassereislager in den immerdunklen Kratern gebildet haben. Dann würde dieses Mondeis ursprünglich also auch aus dem Innern des Mondes selbst stammen.”

“Unsere Ergebnisse verändern unser Bild vom Mond als luftlosem Felsbrocken hin zu einem Körper, der einst von einer Atmosphäre umgeben war, die dichter war als die des heutigen Mars”, stellt Kring abschließend fest.

 

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Asteroid rast auf die Erde zu

Asteroiden (Symbolbild)

Ein „Kartoffel“-Asteroid rast auf die Erde zu. Der Himmelskörper 2012 ТС4 hat die Form einer Kartoffel und könnte den Erdbewohnern Probleme bereiten, wie das Nachrichtenportal Vesti berichtet.

Mit einem Durchmesser von 15 Metern ist dieser Asteroid mit dem Meteoriten von Tscheljabinsk vergleichbar, der im Februar 2013 über dem Ural explodiert war und Hunderte Menschen verletzt hatte.

Die Distanz zwischen 2012 ТС4 und der Erde, die am Montagabend noch zwei Millionen Kilometer betrug, wird in den beiden nächsten Tagen auf nur noch 43.000 bis 48.000 Kilometer schrumpfen.

Um 07.00 Uhr am 12. Oktober wird 2012 ТС4 zwischen der Erde und dem Mond vorbeisausen. Nach Angaben des Sankt Petersburger Pulkowo-Observatoriums liegt die Wahrscheinlichkeit seiner Kollision mit der Erde zwar unter einem Prozent, aber die Flugbahn des Kartoffel-Asteroiden ist nur 10.000 Kilometer höher als die Kreisbahn von geostationären Satelliten. Es sei zudem nicht auszuschließen, dass der 2012 entdeckte Asteroid einen Schweif aus Steinen und Staub hinter sich herziehe.

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Alien-Konstrukt? Neues zum „sonderbarsten Stern des Universums“ KIC 8462852

Künstlerische Darstellung des von Astronomen nun vorgeschlagenen ungleichmäßig geformten Staubrings um KIC 8462852 gemeinsam mit in den Stern stürzenden großen Kometen (Illu.).

Tucson (USA) – Noch immer sorgt das ebenso ungewöhnliche wie einzigartige Lichtmuster des rund 1.500 Lichtjahre entfernten Sterns „KIC 8462852“ selbst unter Astrophysikern und Astronomen für Rätselraten und Spekulation bis dahin, ob die Helligkeitsschwankungen im Licht des Stern nicht sogar von einer gewaltigen Konstruktion einer hochentwickelten Zivilisation verursacht werden könnte. Während eine neue Studie dieser Vermutung anhand einer neuen astrophysikalischen Erklärung widerspricht, offenbart eine zweite Studie eine weitere ungewöhnliche Eigenschaft des Sterns.

Das Team um Huan Meng von der University of Arizona sieht in Beobachtungsdaten der NASA-Weltraumteleskope „Spitzer“ und „Swift“, sowie des belgischen Observatoriums „AstroLAB IRIS“ Belege dafür, dass die Verdunkelungen des Sternenlichts nicht von einem dichten Objekt, etwa einem Planeten oder einer gewaltigen massiven Struktur, dafür aber von einer ungleichmäßigen Staubwolke verursacht werden: „Im infraroten Lichtspektrum ist das Abschwächungsverhalten des Sterns geringer als im ultravioletten Licht. Jedes Objekt, das größer ist als Staubpartikel (also wenige Mikrometer Durchmesser) würde das Licht aber in allen Wellenlängen gleich stark abdimmen, wenn es vor dem Stern vorüberzieht.“

Dies, so sind sich die Wissenschaftler sicher, schließt zumindest aus, dass es sich um eine außerirdischer Konstruktion (etwa eine gewaltige Anordnung von Energiekollektoren in Form einer Dyson-Sphäre oder eines Dyson-Schwarms) handelt, da dieses das unterschiedliche Abdimmen in unterschiedlichen Wellenspektren nicht erklären würde“, so Meng in einem aktuell im „The Astrophysical Journal“ (DOI: 10.3847/1538-4357/aa899c) veröffentlichten Fachartikel.

Meng und Kollegen selbst vermuten deshalb, dass der Stern von einer Staubwolke umkreist wird, deren Umlaufperiode bei rund 700 Tagen liegt. Staub in einer von den Forschern beschriebenen Staubwolke wäre zwar klein genug, um sich in einem von dem Stern entfernten Ring zu sammeln aber nicht groß genug, um das Licht des Sterns gleichmäßig abzuschirmen.

Die Forscher selbst halten diese (ihre) Erklärung derzeit für die beste Erklärung für das Lichtmuster von KIC 8462852, auch wenn Sie weiterhin potentielle andere Theorien deshalb noch nicht ausschließen wollen.

Allerdings bezieht sich die neue Studie nur auf die aktuellen, deutlich schwächeren Schwankungen im Licht des Sterns und ausdrücklich nicht auf die großen Ereignisse, die noch vom Welttraumteleskop Kepler beobachtet wurden und das Sternenlicht um rund 20 Prozent abdunkelten. Hierfür machten einige andere Astrophysiker bereits einen Schwarm ungewöhnlich großer Kometen verantwortlich . „Kometen sind zugleich aber auch eine der Hauptquellen von Staub, der Sterne umkreiset“, so Meng und Kollegen. „Die beiden Faktoren könnten also miteinander und auch mit der bereits festgestellten Langzeitabdimmung des Sternenlichts  in Verbindung stehen.“ Kurz: Vielleicht ist es eine Kette von Ereignissen, die jeweils ihren Teil zum Gesamträtsel um KIC 8462852 beitragen.

Etwa zeitgleich berichtet ein Team um Josh Simon und Benjamin Shappee vom Carnegie Institution for Science von Beobachtungen des Sterns die anhand der Aufzeichnungen der „All Sky Automated Survey“ (ASAS) bis 2006 zurückreichen, also rund neun Jahre vor der Kepler-Beobachtung, und berichten nicht nur von einer Abschwächung im Licht des Sterns sondern auch von signifikanten Zunahmen zwischen 2007 und 2014. Diese Ereignisse, so berichten sie vorab via ArXiv.org, „komplizieren nahezu alle bislang vorgebrachten Erklärungsansätze für das Verhalten des Sterns oder schließen diese sogar aus.“

Eine ältere ASAS-Aufnahme von KIC 8462852 (Kreuz Mitte).
Copyright/Quelle: Benjamin Shappee

Während das Sternenlicht durch eine Vielzahl von astronomischen Objekten, die vor der „Sonnenscheibe“ in einem sogenannten „Transit“ vorüberziehen können, abgeschwächt werden kann (Bsp. Sonnenfinsternis), beobachteten Astronomen auch eine Langzeitabschwächung im Licht des Sterns seit rund 100 Jahren  und zwischen 2009 und 2012 mit Kepler sogar um bis zu zwei Prozent. Seit 2015 hat das Licht von KIC erneut abgenommen und ist derzeit 1,5 Prozent schwächer als noch im Februar 2015.

Neben der Abschwächung zwischen 2009 und 2013 sowie von 2015 bis heute, weisen die Daten nun aber auch zwei Phasen aus, in denen das Sternenlicht hingegen heller wurde. „Bislang dachten wir, dass sich die Veränderungen im Licht des Sterns nur in eine Richtung – abschwächend – auswirkt“, so Simon. „Die Erkenntnis, dass der Stern manchmal aber auch wieder heller wird, macht die Sache wieder viel komplizierter.“

In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, wie sich die Farbe des Sterns über die dokumentierten Beobachtungszeiten hinweg verändert hat und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Abschwächungsereignisse legen: „Diese Information sollte uns dann dabei helfen, mögliche Erklärungen für das Verhalten effektiv eingrenzen und erklären zu können, warum der Stern sich so merkwürdig verhält.“

Sollte das Sternenlicht beispielsweise von Staub abgedunkelt werden, so sollte sich die Farbe des Sterns während der Ereignisse auch ins rötliche Verschieben (ähnlich wie dies im Fall unserer untergehenden Sonne geschieht). Sollten aber große Objekte das Licht des Sterns blockieren, dann sollte keine Farbveränderung zu beobachten sein.

„Bislang hat noch niemand das Rätsel um KIC 8462852 gelöst“, stellt Simon abschließend fest. „Aber die Auswertung von Langzeitbeobachtungen ist sicherlich ein Schlüssel zu diesem Rätsel.“

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Geheimeingang in der AREA 51 entdeckt…

Es ist nicht zu leugnen, dass die Area 51 mit ihren 155 km2, eine US-Militärbasis ist. Aufgrund ihrer Geheimhaltung und den übertriebenen Sicherheitsmaßnahmen weckt sie eine große Neugier.

Dieser Sektor ist für Zivilisten und den Flugverkehr verboten und wird nicht nur durch eine große Anzahl von bewaffneten Wachen geschützt, sondern auch durch Hubschrauber, Radarstationen und Bewegungssensoren.

Aus diesem Grund ist dieser Bereich etwas Ungewöhnliches und zieht die Augen vieler Forscher auf sich, die einige der verborgenen Geheimnisse dieser Militärbasis von Nevada entdecken wollen.

Koordinaten: 37°11’28.90″N 116°10’24.85″W

 

 

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